U-23-Weltmeisterin: „Ich will zu den weltbesten Skilangläuferinnen gehören“

Zella-Mehlis  Zella-Mehlis. Die Zella-Mehliser U-23-Weltmeisterin Victoria Carl über neue Ziele, das sogenannte „Killer-Gen“ sowie ihren Heimtrainer Axel Teichmann.

Mit Biss: Victoria Carl und ihre Medaillen von der U-23-WM im rumänischen Rasnov. Foto: Kevin Voigt

Mit Biss: Victoria Carl und ihre Medaillen von der U-23-WM im rumänischen Rasnov. Foto: Kevin Voigt

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Sie war der Lichtblick des nordischen Skiwinters in Thüringen. Ihre erste Saison als U-23-Athletin krönte Skilangläuferin Victoria Carl bei der U-23-WM im rumänischen Rasnov mit Gold und Silber. Wir sprachen mit der 20-jährigen Sportsoldatin aus Zella-Mehlis.

Gab es für Sie bisher das perfekte Rennen?

Nein, es geht immer besser. Ob es die Technik im Rennen ist oder von der Zeit. Mittlerweile setze ich mir schon gar keine Ziele mehr hinsichtlich der Zeit. Für mich ist wichtig, dass ich eine gute Technik laufe. Und in dem Bereich sehe ich noch viel Potenzial, um mich zu verbessern.

An welchen Technik-Schrauben kann man noch drehen?

Auf jeden Fall bei den Beinen und der Balance. Ebenso wie bei der Kraft. Es lag aber auch an meinem Trainingsunfall im Herbst, der mich in der Vorbereitung auf die neue Saison zurückgeworfen hatte.

Sie trainieren seit fast einem Jahr bei Axel Teichmann. Wie sieht die Arbeit aus?

Wir sind eine kleine Trainingsgruppe, was ich sehr mag. Ich kann sehr viel individuell trainieren, was ab einem bestimmten Alter notwendig ist. Der Gruppe gehören Thomas Bing, Tim Tscharnke und Marius Cebulla an. Wenn ich im Training mit den Jungs mitlaufen kann, weiß ich, ich bin im Weltcup gut dabei. Ich fühle mich sehr wohl in der Gruppe. Ich habe das Gefühl, Axel weiß, wovon er spricht – und er bringt viele neue Impulse in die Gruppe.

Sie haben in Ihrer jungen Karriere schon viel erreicht. Was motiviert Sie, um noch besser zu werden?

Es kommt von mir selbst. Ich habe ein Ziel, das ich unbedingt erreichen möchte. Ich will zu den besten Läuferinnen der Welt gehören, um vielleicht eines Tages um den Gesamt-Weltcup oder eine olympische Medaille mitzulaufen. Vielleicht gelingt es mir bei Olympia, ganz oben zu stehen. Das Bild habe ich immer im Hinterkopf. Deshalb ist der Wille bei mir so groß.

In dem Zusammenhang sprechen auch viele vom sogenannten „Killer-Gen“, das Sie besitzen. Was ist damit gemeint?

Das sind Typen, die es schaffen, mit ihrem Körper über das Leistungsniveau hinauszugehen. Ich denke, das hat der Norweger Martin Johnsrud Sundby. Topleute im Weltcup, die immer mehr als 100 Prozent geben. Man braucht einen unbändigen Siegeswillen.

Konnten Sie nach der Saison ein paar Tage Urlaub genießen?

Nein, gar nicht. Gegenwärtig absolviere ich in Hannover einen achtwöchigen Bundeswehrlehrgang. Ich werde wohl erst im Sommer ein wenig Zeit haben. Mich zieht es dann meist in Gegenden, in denen es nicht so warm ist. Am schönsten finde ich es in den Bergen, wo man sich aktiv bewegen und Radfahren kann.

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