Ziele nicht alle erreicht

„Wir leben nicht über unsere Verhältnisse“

Apolda.  Als Fünfter haben die Ringer des KSC Deutsche Eiche Apolda die Saison beendet. Trainer Christopher Marx zieht ein Resümee.

Christopher Marx, Trainer der WKG Apolda/Sömmerda

Christopher Marx, Trainer der WKG Apolda/Sömmerda

Foto: Jürgen Scheere

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Mit einem 20:9 gegen Hannover gewannen die Ringer des KSC Apolda am Samstagabend ihren letzten Kampf in der Saison. Der fünfte Platz sprang am Ende heraus – was nicht alle zufriedenstellte. Zuvorderst: Trainer Christopher Marx. Wir sprachen mit ihm.

Ist Rang fünf zu wenig?

Ja, eigentlich schon. Wir wollten das Halbfinale schaffen, damit mindestens Rang vier sichern, sind aber knapp mit nur einem Punkt an Magdeburg gescheitert. Die stehen jetzt übrigens im Meisterschaftsfinale. In der Vorsaison wurden wir Dritter, das zu erreichen, hatten wir uns auf die Fahnen geschrieben. Dass wir nun die Platzierungspartie um Platz fünf gewonnen haben, ist eine kleine Wiedergutmachung.

Was sind die Ursachen dafür, dass es nicht gereicht hat?

Wir hatten einige Verletzungsausfälle. Es war ja sogar so, dass ich als Trainer viermal auf die Matte musste. Dass wir in einige Gewichtsklassen nicht so breit aufgestellt waren, hat schon eine Rolle gespielt.

Wenn der Trainer selbst aktiv ist, gerät das nicht zum Nachteil?

Ein kleiner Nachteil ist das, allein deswegen, weil ich gar nicht so die Ruhe auf die Ringer übertragen kann, wie es vielleicht notwendig ist. Es ist aber nicht so, dass wir deswegen das Halbfinale verpasst haben. Ich habe von den vier Kämpfen zwei gewonnen, habe Punkte beisteuern können.

Wie will man der personellen Situation in der neuen Saison Rechnung tragen?

Wir wollen unsere Ringer halten, obwohl einige Angebote aus höheren Ligen haben. Wir schauen aber auch, dass wir in den Gewichtsklassen, in denen wir Probleme hatten, uns verstärken. Für uns ist das ein Balanceakt, denn wir sagen klar, dass wir keine Legionäre wollen, sondern junge Sportler, die das Team verjüngen heranholen. Wir hoffen, dass wir von den Sportschulen den einen oder anderen anziehen können.

Alles eine Frage des Geldes?

Genau.

Kann man sich in Apolda eine Mannschaft leisten?

Wir leben nicht über unsere Verhältnisse und können uns das mit schmalem Budget leisten. Wir wollen unsere Mannschaft langsam, Stück für Stück aufbauen.

Wäre der Aufstieg aber nicht mal ein sportlicher Reizpunkt, den es zu setzen gilt?

Aktuell ist das noch utopisch, weil das Geld fehlt. Aber wir wollen das einmal wagen.

Wäre es nicht einfacher, wenn der Deutsche Ringer-Bund nicht fast jedes Jahr die Struktur der Ligen ändert?

Die lassen sich tatsächlich immer mal wieder etwas Neues einfallen. Jetzt soll ja wieder eine Zweite Bundesliga eingeführt werden, was sich natürlich auch auf das Niveau unserer Klasse auswirken wird. Es war eine sehr starke Liga, mit Ringern, die das Zeug für die Erste Liga haben. Das wird sich nun wieder normalisieren.

Wie hat sich das Zuschauerinteresse entwickelt?

Der Kampf in der Brauerei beispielsweise wurde sehr gut angenommen. Am vergangenen Wochenende war es dann wieder etwas weniger, was sicherlich am fast gleichzeitig angesetzten Spiel der Handballer und einigen Weihnachtsfeiern gelegen haben mag. Es ist schade, hatten wir uns nach dem ersten knappen Kampf in Hannover schon etwas mehr als die einhundert Zuschauer erhofft, die am Ende kamen.

Was kann man tun, damit mehr Leute den Weg zu den Kämpfen finden?

Wir haben das Ziel, regelmäßig um die 300 Fans anzulocken. Das wäre ideal. Wir arbeiten beispielsweise sehr gut im Nachwuchsbereich, was wiederum einige Eltern und Großeltern anzieht. Ansonsten versuchen wir, über die Zeitung, über die sozialen Netzwerke auf uns aufmerksam zu machen. Vielleicht gelingt es uns, in der nächsten Saison mit einem großen Banner am Ortseingang für unsere Heimkämpfe zu werben.

Wann geht es wieder los?

Jetzt gleich im Januar – da stehen die Thüringer Meisterschaften an, die wir in Apolda ausrichten. Das Training geht ganz normal weiter. Wir werden die Jungs schon bei Laune halten.

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