ZFC-Meuselwitz-Präsident Wolf: „Richtig schlecht hat die Mannschaft nur einmal gespielt“

Meuselwitz.  Hubert Wolf, Präsident des ZFC Meuselwitz, über die erste Saisonhälfte, mögliche Personalveränderungen und den Wert solider Finanzen.

Hubert Wolf, Präsident des ZFC Meuselwitz.

Hubert Wolf, Präsident des ZFC Meuselwitz.

Foto: Tino Zippel / OTZ

Der ZFC Meuselwitz belegt in seiner elften Spielzeit den neunten Tabellenrang in der Regionalliga. ZFC-Präsident Hubert Wolf ist eigentlich zufrieden, sieht aber auch noch Potenzial.

Wie verlief die Saison bisher?

Auf jeden Fall hat sich die Mannschaft stabiler präsentiert, als in zurückliegenden Spielzeiten. Trotzdem gab es auch die berühmten Wechselbäder der Gefühle. Der Start in die Saison ist sehr gut gelungen und wir wähnten uns schon auf einem besseren Weg, als in zurückliegenden Jahren. Aber dann setzte es dieses 1:4 gegen die Hertha-Reserve, obwohl die Mannschaft eigentlich eines der besten Spiele machte. Und dann folgten knappe Niederlagen mit nur einem Tor Unterschied. Richtig schlecht hat die Mannschaft eigentlich nur einmal gespielt – beim 1:4 gegen den BAK daheim.

Oft gewann der ZFC in der Schlussphase. Ist das ein Zeichen guter Physis oder braucht die Truppe lange, damit der Motor rund läuft?

Dass die Truppe vor allem Dank des Trainings von Heiko Weber und Marko Kämpfe eine ungemein starke Physis für 90 und mehr Minuten hat, ist kein Geheimnis. Für uns spricht, dass wir so enge Kisten früher regelmäßig verloren haben, was aktuell ein wenig anders aussieht. Es ist aber schwierig, gegen Kontrahenten zu spielen, die extrem defensiv eingestellt sind und hinten besonders eng stehen. Da kann man nur geduldig immer weiter versuchen, seine Chancen zu erspielen und die auch zu verwandeln.

Sind Neuverpflichtungen geplant und wer will den ZFC verlassen?

Nein, den Verein verlassen will niemand, was uns sehr freut. Das haben uns alle Spieler zugesagt, die sich eventuell mit Wechselgedanken trugen. Auch Paul Sahanek möchte nun doch bei uns bleiben. Seine Überlegungen, den ZFC eventuell zurück nach Österreich zu verlassen, hatten aber keine sportlichen Hintergründe, sondern hingen mit einem traurigen Familienereignis zusammen. Ja und wir schicken auch niemanden weg. Nach Möglichkeit würden wir aber zwei neue Spieler als Ersatz für die lang verletzten Danny Breitfelder und Francesco Lubsch holen. Francesco hat nach seiner Kreuzbandverletzung vom Arzt ein Jahr Sportverbot erhalten und reißt eine Lücke.

Bleibt es beim Saisonziel eines einstelligen Tabellenplatzes?

Das bleibt unser Anspruch. Mal sehen, was darüber hinaus geht. Aber es wäre vermessen, noch höhere Ziele auszugeben. Da sind die sechs Top-Teams, die obern rangieren, die aber auch mit einem um ein vielfaches höheren Etat arbeiten, als wir. Wenngleich man sagen muss, dass wir auch gegen diese Teams Punkte holen können, es dann aber bei uns dafür optimal laufen muss.

Apropos Etat: Wo ist denn der ZFC unterwegs und was zeigt aktuell der Fall Wacker Nordhausen?

Unser Etat liegt insgesamt bei rund einer Millionen Euro, wovon rund zwei Drittel in den Regionalligafußball inklusive Kosten des Spielbetriebs wie Schiedsrichter-, Ordner- und Sanitätsdienstkosten fließen. Etwa ein Drittel geht in die Nachwuchsarbeit sowie den Unterhalt der Sportanlagen. Wir geben aber nur das Geld aus, das wir tatsächlich haben und das wir überschauen können. Wozu ein anderes Herangehen führen kann, zeigt derzeit Wacker Nordhausen. Obwohl man dazu nicht allzu viel sagen kann, da nur wenige Details bekannt sind. Es ist aber grob fahrlässig, ohne einen gedeckten Etat in eine Saison zu gehen. Das haben andere Fälle in der Regionalliga schon bewiesen.