Zocken statt kicken: FC Carl Zeiss Jena kooperiert mit Geraer eSports-Team

Jena  Der FC Carl Zeiss Jena strebt den Aufbau einer eigenen Abteilung für den eSport an. Mit den Geraern sollen erste Erfahrungen gemacht werden.

Patrick Widera (Geschäftsführer FC Carl Zeiss Jena e.V.) und Mike Neumeister (Geschäftsführer ad hoc gaming GmbH).

Foto: Sebastian Schmidt

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Thüringens erste und einzige professionelle eSport-Mannschaft wird den Drittligisten FC Carl Zeiss Jena bei der Entwicklung seiner eSport-Aktivitäten unterstützen.

Den Kooperationsvertrag unterzeichneten die Geschäftsführer Patrick Widera (FCC) und Mike Neumeister (ad hoc gaming) im Vorfeld des 1. eSport-Business-Cups und der 3. eSport-Night des FC Carl Zeiss Jena powered by ZEISS AG (10. / 11. Mai 2019) im Ernst-Abbe-Sportfeld.

Perspektivisch strebt der FCC den Aufbau einer eigenen Abteilung für den „elektronischen Sport“ an. „Für diesen Zweck suchten wir einen Partner, mit Hilfe dessen das Geschäftsfeld entwickelt, sowie verschiedene Teilprojekte in diesem Bereich konzeptioniert und durchgeführt werden können“, sagt Patrick Widera. Die Geraer sind innerhalb Thüringens Pioniere in einer Branche, die für die Jenaer noch nahezu Neuland ist.

Teams mit Spielern aus der Region aufbauen

„eSport ist ein Feld, das immer schneller wächst. An der Seite von ad hoc gaming wollen wir Erfahrungen sammeln und uns Stück für Stück weiterentwickeln“, erklärt FCC-eSport-Projektleiter Sebastian Schmidt – auch mit Blick auf die generelle Digitalisierung im Verein. Diese Form der Unterstützung ist Teil der Philosophie der Geraer Profis: „Mit der gemeinsamen Kooperation schaffen wir ein breiteres Feld in der Öffentlichkeit für eSport und bekommen eine weitere Möglichkeit unsere Werte sowie Erfahrungen zu teilen“, sagt Mike Neumeister. In Sachen Talentförderung verfolgen beide Kooperationspartner gar eine ganz vergleichbare Strategie. In Jena werden junge Fußballer im Nachwuchsleistungszentrum und der Sportschule ausgebildet.

Ähnlich ist es in Gera: „Wir leisten eine allumfassende Begleitung unserer Teams, von individuell zugeschnittenen Tagesplänen, bis hin zur Beratung und Betreuung in unserem eigenen eSport Leistungszentrum in Gera“, sagt Mike Neumeister. Ein Ziel sei es, in Zukunft die eigenen Teams mit Spielern aus der Region aufzubauen und somit verstärkt den Nachwuchs zu fördern, sowie berufliche Chancen im eSport zu schaffen.

Bisher erkennen die Sportverbände in Bund und Land den eSport nicht als neue Sportart, die etwa gleichberechtigt neben Fußball, Leichtathletik oder Schach steht, an. Untersuchungen von Wissenschaftlern der Deutschen Sporthochschule Köln um Dr. Ingo Froböse ergaben jedoch, dass professionelle eSportler während des Wettkampfes ähnlichen körperlichen und mentalen Belastungen ausgesetzt sind wie andere Spitzensportler.

Großer Zuspruch von jungen Menschen

Der FC Carl Zeiss Jena ist zwar nicht der erste Verein Thüringens, der das Abenteuer eSport wagt, wohl aber der bekannteste. „Wir bilden sozusagen die Brücke hin zum etablierten Sport“, konstatiert Klaus Berka, Präsident des FCC. Erste Schritte unternahm der FCC im vergangenen Jahr mit zwei Turnieren im Stadion.

Im Fußballsimulationsspiel „FIFA19“ wetteiferten die Teilnehmer auf der Sony Playstation 4 gegeneinander. Der große Zuspruch von jungen Menschen aus der Region machte Mut. „Wir wollen unser Profil schärfen, haben uns der Stadt und unserem Umfeld bewusst gemacht und wollen damit Leute ansprechen, die wir bisher nicht erreicht haben“, sagt Sebastian Schmidt.

Bei den beiden Turnieren im Mai werde die Kooperation mit ad hoc gaming erstmals auch sichtbar werden: Die Geraer sorgen für eine Übertragung der Live-Spiele aus dem Stadion heraus ins weltweite Netz und stellen zugleich ein Team zum 1. eSports-Business-Cup des FC Carl Zeiss Jena.

Bis zum 8. Mai kann sich noch jeder zu einem der eSport-Turniere des FC Carl Zeiss Jena anmelden. Weitere Infos dazu finden sich hier.

Nächste Verfahren stehen an: Schon 51.000 Euro DFB-Strafen beim FC Carl Zeiss aufgelaufen

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