Zu viele Fehler: Wacker Nordhausen vergeigt den Start

Sandersdorf.  Die Nordhäuser Oberliga-Elf unterliegt zum Saisonauftakt in Sandersdorf mit 1:4. Gabriel Schneiders Führung war schnell verspielt.

Wackers Verteidiger Hagen Pietsch musste sich mit seiner Truppe in Sandersdorf klar geschlagen geben.

Wackers Verteidiger Hagen Pietsch musste sich mit seiner Truppe in Sandersdorf klar geschlagen geben.

Foto: Sascha Fromm

An der Hauptstraße in Bitterfeld wirbt ein Imbiss riesengroß mit Thüringer Bratwürsten und Bockwurst. Am Chemie-Park der einst dreckigsten Stadt der DDR riecht es dreißig Jahre nach der Wende nicht unangenehm.

Ankunft in Sandersdorf-Brehna. Zwei Polizisten schauen am Ortseingang der 15.000-Einwohner-Stadt auf die Kennzeichen der Autos. Am Stadion mit dem praktischen Namen „Sport- und Freizeitzentrum“ warten weitere neun blau-weiße Einsatzfahrzeuge. Viel Sicherheit für rund vierzig Wacker-Ultras, die den 220 Zuschauern und beiden Mannschaften neunzig Minuten etwas vorsingen. Gute Kondition nach 156 Tagen ohne Punktspiel. Damals verlor Wackers Oberliga-U-23 gegen Inter Leipzig 1:2.

Am lauen Freitagabend (25 Grad) eröffnen Union Sandersdorf und Wacker Nordhausen I, nach Insolvenz von Profiabteilung und Verein, die neue Saison in der fünften Liga. Am Ende kassiert Nordhausens „Jugend-Kollektiv“ ein 1:4 (1:1).

An der Kasse musste Name und Telefonnummer abgegeben werden

Die 450-Mann-Tribüne ist gut besucht. Jeder Besucher hat Namen und Telefonnummer an der Kasse abgegeben. Wer sich kennt, sitzt oder steht zusammen. Man ist eben eine Fußballfamilie. Die berühmtesten Söhne der Kleinstadt sind übrigens Fußballer. HFC-Stürmer Werner Peter gewann 1980 Olympia-Silber. Erhard Mosert wurde im Thüringer Wald zur Legende und stieg mit Motor Suhl 1984 in die DDR-Oberliga auf. Die Sandersdorfer sind seit einem Jahrzehnt die Nummer eins im Landkreis. Die Rivalen aus der Kreisstadt Wolfen hatten sich 2011 finanziell übernommen und mussten Insolvenz anmelden.

Das Spiel beginnt flott auf beiden Seiten. Nach 19 Minuten jubeln die insgesamt achtzig Nordhäuser Fans. Gabriel Schneider hämmert den Ball hart und trocken von der Strafraumgrenze ins lange Eck. 1:0 – unhaltbar! Doch Union schlägt zurück. Nach kapitalem Querpass vorm Strafraum bedankt sich Wonneberger mit dem 1:1 (27.). Wackers Defensive übt danach noch ein bisschen an der Abstimmung.

Doppelschlag besiegelt die Niederlage

Nach der Pause wird es eng. Henning pariert erst einen Freistoß und dann eine Hundertprozentige von Wagner. Der Druck nimmt zu. Dann fast das 2:1 für Wacker. Doch Vopels Kopfball geht an die Lattenunterkante (62.). Nordhausen dreht jetzt vor allem mit Knopp auf (67.). Die Führung ist drin. Doch dann das 1:2 per Kopf durch durch Ludwig (70.). Dann kommt der bis dahin starke Keeper Henning kommt zu spät. Bochmann schießt Wacker k.o. (72.). Ortlepps Eigentor zum 1:4 (90.+1) passt ins Bild. Es wird nicht leicht für Wacker in Liga fünf. Doch das wussten sie vorher.

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