Zwei Weimarer Damen mit vielen Talenten

Hans-Georg Kremer
| Lesedauer: 2 Minuten
Die Tischtennismannschaft von Einheit Weimar 1949 (von links): Lilo Göpel, Grete Herber, Marlies Schnellert, Hugo Neu (Spartenleiter), Grete Kurtee, Maria Busch und Frl. Harder.

Die Tischtennismannschaft von Einheit Weimar 1949 (von links): Lilo Göpel, Grete Herber, Marlies Schnellert, Hugo Neu (Spartenleiter), Grete Kurtee, Maria Busch und Frl. Harder.

Foto: Kremer

Weimar.  Ein Blick ins Fotoalbum: Lilo Göpel und Grete Herber glänzen für die Weimarer Vereine in gleich mehreren Sportarten.

In einem Fotoalbum von Lieselotte (Lilo) Fischer (1921-2013) fand sich ein Foto einer Weimarer Frauen-Tischtennismannschaft aus dem Jahre 1948. Es zeigt u.a. Lilo, neben Margarete (Grete) Herber (1910 – 2005). Lilo war bereits unter ihrem Mädchennamen Burgmann zum Hockey und später zum Tennis gekommen.

Durch ihren ersten Mann, Rudolf Göpel (1912-1949), wurde sie auch für den Tischtennissport gewonnen. So sind Urkunden von Lilo überliefert, wo sie für den Männerturnverein (MTV) Eschershausen in der Tischtennismannschaft spielte. Ihr Mann war nach dem Krieg 1945 in Eschershausen bei seinem Bruder untergekommen und hatte mit diesem dort eine Tischtennisabteilung beim MTV Eschershausen gegründet. Lilo, die ihren Hauptwohnsitz noch in Weimar hatte, spielte gleichzeitig auch für die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Einheit Weimar, woher das Foto stammt. Sie nahm dann bald auch wieder das Training im Hockey und später im Tennis auf.

Im Tennis war sie lange Zeit in der ersten Damen-Mannschaft beim Vorläufer des heutige Tennisclubs Weimar 1912. Zusammen mit ihrem zweiten Mann Günter Fischer und den Kindern Gunda, Bernhard und Karin holte die Familie über Jahrzehnte über 100 Urkunden von Vereins- bis zu Bezirksmeisterschaften im Tennis.

Grete Herber stammt aus Jena, wo sie unter ihrem Mädchenname Köhler beim Turnverein Wenigenjena erste sportliche Erfolge sammeln konnte. 1929-30 machte sie eine Ausbildung zur Handarbeitslehrerin und besuchte anschließend an der Landesturnanstalt einen Turnlehrerkurs. Nach ihrer Heirat mit Rolf Herber kam sie 1939 nach Weimar. Bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften des Turnerbundes 1928 belegte sie einen vierten Platz im Mehrkampf, ebenso beim Deutschen Turnfest 1930. Nach dem II. Weltkrieg taucht sie schon um 1947 als erfolgreiche Tischtennisspielerin anfangs in Weimar, später bei Turbine Erfurt auf. Sie wurde eine der erfolgreichsten Tischtennisspielerin der DDR, die 14 Medaillen darunter sieben Titel bei den DDR-Meisterschaften im Einzel, Doppel und mit der Mannschaft gewann.

1953 siegte sie mit Hannelore Hanft bei den „Nationalen Deutschen Meisterschaften“, an denen Sportler der DDR und der BRD gleichberechtigt teilnahmen. Obwohl Grete Herber bis 1960 täglich zur Arbeit nach Erfurt fuhr, erst dann wurde sie Sportlehrerin an der Herderschule in Weimar, und vier Kinder hatte, blieb sie ihren Weimarer Sportfreundinnen treu und gehörte hier zu erfolgreichen Teams im Faust- und Handball.