Thüringer Linke will 8. Mai 2020 als einmaligen Feiertag

Erfurt.  Der Vorstoß der Linke, den 8. Mai zum einmaligen Feiertag zu erklären, überrascht Koalitionspartner von SPD und Grünen.

Linke-Fraktions- und Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow schlägt vor, den 8. Mai 2020 zum einmaligen Feiertag zu erklären. An diesem Tag jährt sich das Ende des 2. Weltkriegs zum 75. Mal.

Linke-Fraktions- und Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow schlägt vor, den 8. Mai 2020 zum einmaligen Feiertag zu erklären. An diesem Tag jährt sich das Ende des 2. Weltkriegs zum 75. Mal.

Foto: Marco Schmidt / TA

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Linke-Landtags- und Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow spricht sich für einen zusätzlichen Feiertag aus, aber nur im kommenden Jahr. „Ich bin der Meinung aufgrund des 75. Jahrestages der Befreiung vom Hitler-Faschismus könnte 2020 der 8. Mai einmalig zum Feiertag erklärt werden“, sagte Hennig-Wellsow im Gespräch mit dieser Zeitung. In den Jahren danach wäre er wieder ein normaler Arbeitstag. Für die Änderung müsste das Feiertagsgesetz angepasst werden.

Die Koalitionspartner zeigten sich von dem Vorstoß überrascht. „Eine solche Initiative ist mir weder für Thüringen, noch auf Bundesebene bekannt. Ein solcher Feiertag würde für mich allerdings nur als bundesweiter Feiertag Sinn ergeben“, sagte SPD-Fraktionschef Matthias Hey auf Anfrage.

Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Dirk Adams, ließ ausrichten: „Ob wir zum 75. Jahrestag den 8. Mai einmalig zu einem Feiertag erklären, darüber haben wir in der bündnisgrünen Fraktion bislang noch nicht diskutiert.“

Berlin hat den Feiertag bereits beschlossen

2015 hatte die rot-rot-grüne Koalition den 8. Mai in Thüringen zum Gedenktag erhoben. 1945 war an diesem Tag mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende gegangen. Im nächsten Jahr fällt er auf einen Freitag.

CDU-Fraktionschef Mike Mohring sagte: „Den Gedenktag verstehe ich wie die anderen historischen Gedenktage als Einladung, sich mit den Wegen und Irrwegen der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert auseinanderzusetzen. Das hat für mich viel mit ernster gedanklicher Arbeit und wenig mit Feiern zu tun.“

„Die Kosten eines weiteren arbeitsfreien Feiertages hätten mittelständische Unternehmen und kleinere Gewerbebetriebe derzeit alleine zu schultern, daher wird die FDP darauf achten, dass ein solcher Staatsakt nicht zu zusätzlichen Belastungen privater Haushalte oder Selbstständiger führt”, betonte FDP-Fraktionschef Thomas Kemmerich.

Die AfD-Fraktion antwortete zunächst nicht auf die Anfrage dieser Zeitung.

In Berlin ist der 8. Mai 2020 bereits ein einmaliger Feiertag. Die dortige rot-rot-grüne Landesregierung hat bereits im Dezember 2018 einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt, der im Januar dieses Jahres vom Parlament verabschiedet worden war.

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