17000 Übernachtungen auf Burg Bodenstein

Bodenstein (Eichsfeld). Bürokratie - Anträge stellen, Bilanzen ziehen, Erklärungen abgeben. Wie viel Zeit dafür aufgewendet werden muss, das wissen Dieter Fuchs, der Leiter der Burg Bodenstein, der Familienerholungs- und Begegnungsstätte der evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, und seine Mitarbeiter.

Dieter Fuchs und sein Team möchten, dass sich die Familien auf der Burg wohlfühlen. Foto: Rene Weißbach

Dieter Fuchs und sein Team möchten, dass sich die Familien auf der Burg wohlfühlen. Foto: Rene Weißbach

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Doch ihr Schwerpunkt liegt nicht auf Akten und Papierkram, sondern auf ganz vitalen Menschen, genau gesagt auf Familien, die sich auf der Burg erholen, denen verschiedenste Angebote unterbreitet werden und die sich einmal vom Alltag und seinen Sorgen erholen sollen.

1.000 Übernachtungen mehr als im Jahr 2011

Gerade ist der Bodensteiner dabei, das vergangene Jahr auszuwerten. "Wir hatten zahlreiche Baustellen, die bearbeitet wurden und einige konnten abgeschlossen werden", sagt er und meint mit dem Wort Baustellen die im übertragenen Sinn. So ging es unter anderem um die schwer zu besetzenden Stellen für das Freiwillige soziale Jahr oder darum, wie die Aufgaben vergeben werden, die sonst Zivis übernahmen. Doch nun steht das Personalkonzept, das auch die Festanstellung zweier zusätzlicher Mitarbeiter beinhaltete. "Zudem konnten wir mit der Landeskirche die Grundlagen für die kurz- und mittelfristige Finanzierung schaffen", sagt Fuchs, lässt aber nicht unerwähnt, dass einige Probleme geblieben sind.

Trotzdem gibt es Grund zu Optimismus, denn 2012 gab es zum Beispiel 1.000 Übernachtungen mehr, als im Jahr davor. Der magische Höchstpunkt von 20.000 sei jedoch noch nicht wieder erreicht. Es gab 6.000 Tagesgäste, die zu Konzerten oder auch Tagesveranstaltungen kamen, 17.000 Übernachtungen und über 6000 Personen, die die Führungen nutzten. Dass sich die Familienerholungs- und Begegnungsstätte solcher Beliebtheit erfreut, liegt vor allem daran, dass der Alltag für die Gäste sehr vielseitig gestaltet wird, und daran hat das ganze Team Anteil.

Schwerpunkt war und ist die Familienerholung, auf die die evangelische Kirche viel Wert legt und gleichzeitig die Wertschätzung, die der Familie so entgegengebracht wird. Insgesamt 19 Freizeiten gab es im letzten Jahr, dazu Seminare. Und immer mehr, das wird deutlich, geht es den Müttern, Vätern und Kindern darum, etwas gemeinsam zu tun, Zeit miteinander zu verbringen - sei es beim Backen, Kochen oder Fußballspielen. Unterstützt wird die Arbeit beispielsweise von der Stiftung Familiensinn Thüringen.

Den Schatz vor der Haustür entdecken

Lobende Worte hat Fuchs für das "gut gemeinte Pilotprojekt" und dass im Freistaat Familienerholung noch im Rahmen der Förderung vorkommt. Das sei längst nicht in jedem Bundesland so. Der Burgchef findet aber auch kritische zur Förderung, denn die Individualförderung soll ersetzt werden. Und er sagt klar: "Ich wünsche mir eine Förderkultur, die die Einrichtungen in die Lage versetzt, das zu tun, wozu sie da sind." Fuchs weiß, wie wichtig es ist, sich auf Augenhöhe zu begegnen und gewissenhaft mit dem zur Verfügung gestellten Geld umzugehen. "Alle Seiten sind gefragt", meint er.

So wird der Leiter der Familienerholungs- und Begegnungsstätte weiter offen, aber auch kritisch auf alle Beteiligten zu gehen. Denn sein Ziel und das seiner Mistreiter ist es, alles daran zu setzen, dass es den Familien auf der Burg gut geht, sie sich wohlfühlen. Das ist ihr Auftrag. "Und auch unsere Kirche steht zu ihrer Verantwortung", sagt Fuchs, wohl wissend, dass das eine große Verantwortung ist.

Auch 2013 gibt es also viel zu tun. Im Kultur- und Freizeitbereich wird Bewährtes mit neuen Ideen kombiniert. Auf diese Weise will die Burg ihren Beitrag leisten. Freuen würden sich Dieter Fuchs und sein Team, wenn auch viele Eichsfelder begrüßt werden könnten und sie vielleicht diesen "Schatz vor der Haustür" noch mehr entdeckten. Weiteres Ziel ist, das Finanzkonzept in trockene Tücher zu bringen. Ein besonderer Tag wird nicht zuletzt der 1. April werden, dann kommt die neue ordinierte Gemeindepädagogin Viktoria Rode.