Abrissmaßnahmen in Gräfenroda müssen schnell über die Bühne gehen

Die "Alte Apotheke" in Gräfenroda und der hintere Teil des Deutschen Hofes werden in den kommenden Wochen genauso schnell verschwinden wie die Keramik. Fördermittel aus DDR-Vermögen machen es möglich.

Am 6. September wird der Abriss der denkmalgeschützten "Alten Apotheke" in Gräfenroda beginnen. Foto: Christiane Fischer

Am 6. September wird der Abriss der denkmalgeschützten "Alten Apotheke" in Gräfenroda beginnen. Foto: Christiane Fischer

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Gräfenroda. Die "Alte Apotheke" in Gräfenroda wird künftig nur noch in Aktenform existieren. Ihr Abriss ist beschlossen, das denkmalgeschützte Gebäude in der Ortsmitte dokumentiert. Was lange gedauert hat, muss nun ganz schnell gehen. Bis zum 15. November muss nicht nur der Abriss über die Bühne gegangen sein, sondern auch der dort geplante Parkplatzbau inklusive der Umfeldgestaltung. Andernfalls wäre nämlich die Förderung in Höhe von 68 400 Euro gefährdet, die aus dem Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR stammen.

Zehn öffentliche Parkplätze sind geplant, zwei Stellplätze für die Verwaltung und ein Behindertenparkplatz, dazu eine pflegeleichte Begrünung und eine Sitzecke mit Blickrichtung zum Lindenplatz. "Voriges Jahr noch hatten wir keine Aussicht auf Förderung, jetzt haben wir keine Zeit mehr für ausführliche Diskussionen", entschuldigte Wolfgang Holl, Bauamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft "Oberes Geratal" die "heiße Nadel", mit der die Vorlage gestrickt wurde. Die Kritik von Peter Schulz (CDU), der Gemeinderat werde "immer nur vor vollendete Tatsachen gestellt und übergangen", wies Holl dennoch entrüstet zurück. Nicht die Verwaltung sage dem Bürgermeister, was getan werden solle. Vielmehr haben Gemeinderat und Bürgermeister die Verantwortung, einmal mit Fördermittel-Anträgen angeschobene Projekte auch aus eigenem Antrieb zu verfolgen, entgegnete Holl. VG-Chef Rolf Fleischhauer erwiderte auf die Frage, wie er zur Kritik an seiner Verwaltung stehe: "15 Gemeinderäte waren da. Einer hat das gesagt, 14 nicht. Mehr will ich dazu nicht sagen."

Während die Termine, in denen der Abriss ablaufen soll, schon genau feststehen, kann man das von den realen Kosten noch nicht sagen. Heute läuft die Bewerbungsfrist aus. Schon am 6. September soll der Abriss beginnen und 14 Tage später abgeschlossen sein. Die Keller werden verfüllt, dann folgt unmittelbar die Platzgestaltung.

Ähnlich eng gestrickt ist der Zeitplan auch für die zweite Abrissmaßnahme - die im hinteren Teil des Deutschen Hofes. Ebenfalls aus dem DDR-Vermögen mit 106 000 Euro (von etwa 190 00 Euro Gesamtkosten) gefördert, wird hier ab 13. September abgerissen, Der Abschluss ist für den 8. Oktober geplant. Hinten am Saal soll eine Brandmauer hochgezogen werden. Die Verwaltung wartet nach wie vor auf klare Ansagen aus dem Gemeinderat in Bezug auf das Nutzungskonzept. "Ich würde für Vordergebäude und Saal separate Nutzungseinheiten erstellen, schließlich soll es ja ein Bürgerhaus werden", sagt Wolfgang Holl. Der Jugendclub nach oben, die Awo nach unten und die Bibliothek ins alte Kino, das wäre aus seiner Sicht eine vernünftige Aufteilung.

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