Ältere sind für den Arbeitsmarkt unverzichtbar

Halle/Erfurt  Jung, dynamisch, erfolgreich. So stellt sich der ideale Arbeitnehmer für viele dar. Doch in Thüringen ist inzwischen jeder fünfte Arbeitnehmer „Ü50“.

Die Zahl älterer Arbeitnehmer steigt. Archivfoto: Peter Endig/dpa

Die Zahl älterer Arbeitnehmer steigt. Archivfoto: Peter Endig/dpa

Foto: Peter Endig/dpa

Auf Thüringens Arbeitsmarkt geht ohne die Älteren laut Experten kaum noch etwas. Mehr als jeder fünfte Beschäftigte im Land ist älter als 55 Jahre. Mittlerweile gehörten 22,4 Prozent der Generation „Ü50“ an, wie die Landesarbeitsagentur anlässlich des „Tages der Älteren Generation“ am Sonntag mitteilte.

Thüringen liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von rund 18,7 Prozent. Von den rund 796.850 Beschäftigten sind laut Regionaldirektion 173 420 zwischen 55 und 65 Jahren. Binnen fünf Jahren ist die Zahl der Beschäftigten in dieser Altersgruppe damit um 38 785 angestiegen.

„Die demografische Entwicklung hat den Arbeitsmarkt fest im Griff. Sie wird die Herausforderungen der Unternehmen, wie etwa die Suche nach Fachkräften in den kommenden Jahren noch deutlich verschärfen“, betonte der Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt, Kay Senius.

Demgegenüber gibt es immer weniger Jüngere auf dem Arbeitsmarkt. Im Dezember 2011 waren noch knapp 79.770 Beschäftigte unter 25 Jahren in Thüringen tätig. Derzeit sind es nur noch 58.220. Der Anteil an allen Beschäftigten sank auf 7,3 Prozent. Deutschlandweit liegt er immerhin bei 10,4 Prozent.

Die Gruppe der Älteren sei bereits eine tragende Säule der Wirtschaft, betonte Senius. In wenigen Jahren werde schon jeder vierte Arbeitnehmer 55 und älter sein. „Für die Unternehmen wird es richtig schwer, wenn diese Menschen in den Ruhestand gehen und das Wissen mitnehmen“, sagte Senius. Die Unternehmen müssten deshalb Vorkehrungen treffen, um ihre älteren Fachkräfte arbeitsfähig zu halten. Als Beispiel nannte Senius etwa ein betriebliches Gesundheitsmanagement und flexible Arbeitszeitmodelle.