Agrargesellschaft investiert Millionen in neuen Kuhstall und Biogasanlage

Günterode (Eichsfeld). Landwirtschaftliche Großbaustellen findet man im Eichsfeld heute nur noch selten. Doch zwischen Günterode und dem Segelflugplatz herrscht derzeit reges Treiben. Dort investiert die Agrargesellschaft Günterode in Millionenhöhe in einen neuen Standort.

Auf einer Fläche von neun Hektar entstehen unter anderem ein moderner Kuhstall, der im November in Betrieb gehen soll, sowie eine Biogasanlage, die ebenfalls dieses Jahr anläuft, berichtet Geschäftsführer Steffen Haupt.

Er ist im Betrieb für den Biogasbereich und den Ackerbau zuständig, derweil sich Marko Leineweber um alle Belange rund um die Tiere kümmert und der "heimliche Architekt" der Milchviehanlage ist.

In dem 160 mal 40 Meter großen Stall, der an den Seiten offen ist und zum Schutz seiner Bewohner vor Regen, Schnee oder Sturm ein Klimanetz bekommt, werden 620 Kühe stehen. Damit die Tiere sich in dem Stall so richtig wohlfühlen und viel Milch geben, können sie sich frei bewegen und haben uneingeschränkten Zugang zum Futter und zur Tränke.

Das Wohlbefinden der Tiere dürfte sich dann in der Leistung bemerkbar machen. Während die Tagesleistung heute bei 10"000 bis 11"000 Litern Milch liegt, sind künftig 20"000 anvisiert. "Einige Meter vom Stall entfernt entsteht der Wellnessbereich", sagt Haupt bei der Führung über das Gelände und schmunzelt. Rund 100 Kühe, die vor dem Abkalben stehen, krank sind oder besonderer Pflege bedürfen, finden dort ein ruhige Oase.

In unmittelbarer Nachbarschaft arbeiten gerade die Bauleute - überwiegend aus Eichsfelder Firmen - am Büro- und Sozialgebäude. Hinter dem geht es bald ordentlich rund, denn dort wird unter anderem das Melkkarussell aufgestellt. Auch die Nachpflege der Tiere per Roboter erfolgt hier. Als der Geschäftsführer dann vom H-Modell, diese Form hat die Anlage, und einem weiteren geplanten Stall für 800 Kühe und Kälber spricht, merkt man nicht nur ein wenig Stolz, sondern auch den immensen Wandel, der sich insbesondere in der Milchviehhaltung vollzogen hat - weg vom kleinen, dunklen Stall hin zu luftigen Hallen mit Wohlfühlatmosphäre.

Einen neuen Weg beschreiten die 15 Mitarbeiter der Agrargesellschaft auch in Sachen Energiewirtschaft. Die pfiffigen Bauern lassen auf dem Areal eine Biogasanlage bauen. Futterreste, Gülle und Mist, die eh anfallen, werden in 1,8 Millionen Kubikmeter Gas pro Jahr umgewandelt, die wiederum für die Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden.

Nach Fertigstellung der neuen Bauten dauert es noch zwei Jahre, bis der Umzug komplett beendet ist und der Standort im Dorf aufgegeben werden kann. Zwei Drittel der baulichen Anlagen werden in den nächsten vier bis acht Jahren rückgebaut. "Wir haben viel vor und ohne die guten Mitarbeiter und verständnisvollen Verpächter wäre das nicht möglich", sagt Haupt.

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