Arbeitslosigkeit in Thüringen stagniert seit Beginn der Krise

Erfurt.  Thüringen ist von der Krise stärker betroffen als andere Regionen. Noch immer sind 70.300 Frauen und Männer im Freistaat arbeitslos gemeldet.

Im Mai waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,7 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit.

Im Mai waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,7 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit.

Foto: Oliver Berg/dpa (Symbolfoto)

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise stagniert die Arbeitslosigkeit in Thüringen. 70.300 Frauen und Männer waren im Juli arbeitslos gemeldet. Das sind knapp 300 weniger als noch im Monat davor aber auch 12.200 mehr als im Juli vor einem Jahr. Damit verharrt in Thüringen die Arbeitslosenquote nach Angaben der Bundesagentur (BA) für Arbeit bei 6,3 Prozent. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Rund 14.000 Arbeitslose haben im Freistaat als Folge der Corona-Pandemie zwischen März und Juli ihre Arbeit verloren, konnten nicht vermittelt werden oder eine Qualifizierungsmaßnahme antreten. Dieser sogenannte Corona-Effekt wirkt sich auf die Arbeitslosenquote mit einem Plus von 1,3 Prozentpunkten aus.

Der „Negativ-Trend auf dem Arbeitsmarkt nach dem Corona-Schock konnte vorerst gestoppt werden“, erklärt Markus Behrens, Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen in Halle. Kurzarbeit und andere Staatliche Maßnahmen haben zur Stabilisierung beigetragen. Thüringen ist von der Krise stärker betroffen als andere Regionen, weil der Anteil an verarbeitendem Gewerbe hier höher liegt. Etwa 4300 Menschen haben sich im Juli in Thüringen aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos gemeldet. Das waren 100 weniger als in Juni und 1000 weniger als im Vorjahr. Allein 900 Menschen, die sich arbeitslos gemeldet haben, kommen aus dem verarbeitenden Gewerbe, jeweils 500 aus dem Zeitarbeitssektor und dem Handel. Dagegen fanden 3800 Arbeitslose im Juli eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Laut Arbeitsagentur ist die Zahl neuer Anzeigen auf Kurzarbeitergeld weiter zurückgegangen. Zwischen März und Juli waren es 26.600 für insgesamt 305.300 Beschäftigte. Im Juli dagegen erfolgten 200 neue Anzeigen für 2400 Beschäftigte. Allerdings kommen Dreiviertel der jüngsten Anzeigen inzwischen aus dem verarbeitenden Gewerbe und nur noch ein Viertel aus dem Dienstleistungssektor. Im April gab es laut Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit in Thüringen 137.000 Kurzarbeiter in 16.700 Thüringer Betrieben.

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