Arnstädter zum Gegenbesuch nach Honduras eingeladen

Arnstadt (Ilm-Kreis). Delegation einer Nichtregierungsorganisation informierte sich über Nutzung erneuerbarer Energien und Müllentsorgung.

Eine Delegation aus Honduras war zu Gast im Rathaus Arnstadt bei Bürgermeister Alexander Dill (2. von rechts). Es war ein Informationsbesuch für Investoren mit Bürgermeister und Führungskräften aus der Wirtschaft. Gleichzeitig fand ein Gespräch über eine mögliche Städterpartnerschaft zwischen Arnstadt und Roatán statt. Foto: Hans-Peter Stadermann

Eine Delegation aus Honduras war zu Gast im Rathaus Arnstadt bei Bürgermeister Alexander Dill (2. von rechts). Es war ein Informationsbesuch für Investoren mit Bürgermeister und Führungskräften aus der Wirtschaft. Gleichzeitig fand ein Gespräch über eine mögliche Städterpartnerschaft zwischen Arnstadt und Roatán statt. Foto: Hans-Peter Stadermann

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Vielleicht wird ja mehr daraus, aus dem Besuch der honduranischen Delegation am Mittwochmittag im Arnstädter Rathaus. Am Ende gab es jedenfalls nicht nur den Dank für die Gastfreundschaft, sondern auch die Gegeneinladung in das Land in Lateinamerika. „Man soll in Möglichkeiten denken, nicht in Grenzen“, sagte Martina Lang, Vorsitzende des Freundschaftsvereins für Partnerstädte. „Das haben die Begründer der Städtepartnerschaft mit Kassel damals auch getan.“

Erneuerbare Energien und Abfallentsorgung

Dass die Delegation der Nichtregierungsorganisation ARPA (American Red Point Association), die für zehn Tage in Deutschland unterwegs ist, ausgerechnet nach Arnstadt kam, lag vor allem in ARPA-Exekutivdirektor Michael Hartmann begründet. „Ich stamme aus Erfurt, lebe seit 22 Jahren in Lateinamerika“, erklärte er. „Eigentlich wollte man ja in die Niederlande, aber ich habe sie überzeugt, nach Deutschland zu kommen. Mittlerweile sagen sie, es war die richtige Entscheidung.“

Der Delegation gehören der Bürgermeister der Insel Roatán, die vor der Küste Honduras liegt, Gemeinderatsmitglieder und Umweltaktivisten seiner Region, aber auch Vertreter aus dem amerikanischen New Jersey an. Zwei Themen haben sie bei ihrem Deutschlandbesuch besonders auf der Agenda: erneuerbare Energien und Abfallentsorgung.

Roatán ist eine Insel der Islas de la Bahía in der Karibik. Sie liegt etwa 65 Kilometer nördlich vor der Küste von Honduras. Sie ist mit 125 Quadratkilometern Fläche die größte der Inseln, ihre Länge beträgt 60 Kilometer und ihre Breite acht Kilometer, die Einwohnerzahl rund 30 000.

Vor der Küste befindet sich das nach dem australischen Great Barrier Reef zweitgrößte Riff der Welt, das Belize Barrier Reef – ein wichtiger Tourismusfaktor. „Täglich legen zwei Kreuzfahrtschiffe auf der Insel an, über die Osterfeiertage sogar vier“, erklärte Michael Hartmann.

Müllhalden gefährden das Belize Barrier Reef

Doch die wachsenden Müllhalden machen Sorgen, drohen auch das außergewöhnliche Riff zu zerstören. „Umweltschützer werden als Kriminelle angesehen, erst vor zwei Wochen wurde eine bekannte Umweltschützerin von Schwadronen, die nachts in ihr Haus eindrangen, ermordet, erzählte Hartmann.

Auch das Thema erneuerbare Energien spielt beim Deutschlandbesuch der honduranischen Gäste eine wichtige Rolle, weshalb man in Arnstadt auch einen Abstecher zu SolarWorld in das Gewerbegebiet am Erfurter Kreuz machte.

„Günstiger Strom ist wichtig“, sagt Hartmann. Für Arnstadt habe man sich auch deshalb entschieden, weil „man hier sehr aktiv ist“.

Im Rathaus informierten sich die Gäste deshalb auch bei Vertretern der Stadtwerke und aus dem Bereich der Abfallwirtschaft darüber, wie manche Dinge in Arnstadt gehandhabt werden. Und die Mitglieder der Delegation lobten am Ende die Sauberkeit der Stadt.

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