Eisenach/Brotterode. Der Automobilzulieferer Marelli will laut IG Metall den Standort in Brotterode im kommenden Jahr schließen. Rund 900 Arbeitsplätze sollen wegfallen.

Beim Autozulieferer Marelli Automotive Lighting Brotterode droht nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall die Schließung des Standorts im März 2024. Dies habe der Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen zu einem Sozialtarifvertrag in der vergangenen Woche angekündigt, teilte die IG Metall am Wochenende mit.

'Thüringen - Der Tag' - Post von Jan Hollitzer

TA-Chefredakteur Jan Hollitzer betrachtet Themen, die uns beschäftigt haben, es momentan tun und künftig werden in kommentierter Form.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Bislang sei von einem Abbau der 900 Stellen auf 125 in mehreren Schritten bis zum Jahr 2025 die Rede gewesen, weshalb die Gewerkschaft mit dem Unternehmen über den Sozialtarifvertrag verhandle. Bei der Belegschaft herrsche Empörung, so der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Suhl-Sonneberg, Uwe Laubach. «Das lassen wir uns natürlich nicht bieten», kündigte er an.

An US-amerikanischen Finanzinvestor verkauft

«Wir halten unvermindert an unseren Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag mit Abfindungen fest.» Eine harte Auseinandersetzung stehe bevor. Die Gewerkschaft hatte am Samstag mit Belegschaftsmitgliedern das weitere Vorgehen besprochen. Sie baut auch auf die Unterstützung der Landesregierung. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte bereits Besorgnis wegen der Gefährdung von Arbeitsplätzen geäußert.

Marelli Automotive Lighting Brotterode ist auf Fahrzeugaußenbeleuchtung spezialisiert. Der Autozulieferer gehörte Laubach zufolge ursprünglich zum italienischen Fiat-Konzern, ist aber inzwischen an einen US-amerikanischen Finanzinvestor verkauft worden. Am 24. Mai steht laut IG Metall die nächste Verhandlungsrunde mit dem Arbeitgeber an.

Innovationspreis: Unternehmen aus Brotterode entwickelt intelligente Frontscheinwerfer für Autos