Autobahn A71 bei Artern soll Weihnachten fertig sein

Die Bauarbeiten an der Autobahn A71 zwischen dem Autobahndreieck Südharz und Heldrungen haben die Zielgerade erreicht. Die Baukosten dafür liegen bei cikra 78,5 Millionen Euro. Ab 2014 soll die Trasse durchgehend befahrbar sein.

Der große Betonfertiger ist derzeit auf einem neuen Autobahnabschnitt der A71 nahe Schönfeld bei Artern im Einsatz. In einem Zug wird die 27 Zentimeter dicke Schicht in Etappen aufgetragen. Im Idealfall schafft die Maschine etwa 60 Meter in der Stunde. Foto: Jacqueline Schulz

Der große Betonfertiger ist derzeit auf einem neuen Autobahnabschnitt der A71 nahe Schönfeld bei Artern im Einsatz. In einem Zug wird die 27 Zentimeter dicke Schicht in Etappen aufgetragen. Im Idealfall schafft die Maschine etwa 60 Meter in der Stunde. Foto: Jacqueline Schulz

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Heldrungen. Auf der Autobahnbaustelle der A71 bei Artern bewegt sich eine riesige Maschine ganz, ganz langsam in Richtung Heldrungen. Die Autobahn bekommt ihre Betonschicht. 27 Zentimeter ist sie stark. Das Ungetüm ist laut, mehrere Bauleute sind mit in Aktion, viele Augen schauen, ob alles ordentlich funktioniert. Die Oberfläche ist glatt wie ein ausgerollter Teig.

Unsere Zeitung hatte gestern die Möglichkeit, mit der Deges, der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft, den Bauabschnitt zwischen Artern und dem Autobahndreieck Südharz, also dem Anschluss an die A 38, zu befahren, sich über die Bauarbeiten zu informieren.

"Autobahnbau bedeutet immer Hindernislauf", sagt Deges-Geschäftsführer Dirk Brandenburger. Und meint damit nicht die Baustelle, denn zwischen Artern und dem Autobahndreieck sind die Asphaltschichten im Bereich der Brücken sowie die Betonschicht auf der Strecke bereits aufgebracht.

"Wir sind, was die A71 zwischen dem Autobahndreieck und der Anschlussstelle Heldrungen betrifft, auf der Zielge-raden. Es gibt noch ein Hindernis. Das letzte Vergabeverfahren, das betrifft die Leitplanken, ist noch nicht abgeschlossen. Aus diesem Grund können wir auch noch keinen endgültigen Fertigstellungstermin für diesen Abschnitt nennen", sagte der Geschäftsführer. "Wir streben an, der Region 2012 ein Weihnachtsgeschenk zu machen", betonte Brandenburger.

"Die Autobahn 71 eröffnet dem Kyffhäuserkreis völlig neue Standortvoraussetzungen. Ich bin froh, dass wir bei diesem Abschnitt in der Endphase sind. 2011 wussten wir noch nicht, ob wir die Finanzierung sicherstellen können", sagte die Thüringer Staatssekretärin für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Inge Klaan (CDU), bei der Baustellenbesichtigung gestern. 2020 sei man in Thüringen von jeder Ecke aus binnen 45 Minuten auf einer Autobahn.

Der große Fertiger spuckt auf der gesamten Fahrbahnbreite weiter eine dicke Betondecke aus. "Ende Juli wollen wir bis zur Anschlussstelle Heldrungen sein. Bei idealen Voraussetzungen, also auch bei der entsprechenden Witterung, schafft er 60 Meter in der Stunde", sagte Bereichsleiter Josef Einhaus.

Wir fahren mit dem Auto in nördliche Richtung. "Der Altbergbau bei Voigtstedt hat uns ganz schön Probleme bereitet. Da waren umfangreiche Sicherungsmaßnahmen nötig, musste verfüllt und der Untergrund verpresst werden", so Einhaus.

Wir halten an der Helmebrücke, die über drei Gewässer führt und deshalb 253 Meter lang ist. Und es gibt noch eine Besonderheit. Sie hat eine Mittelstreifenöffnung, acht Meter ist sie groß. "So geben wir der Helmazurjungfer, eine Libelle, Licht und Luft und damit den nötigen Lebensraum", sagte er.

Die Fahrt geht weiter bis zum Autobahndreieck. Hier ist die Asphaltschicht bereits aufgetragen, in den Nebenbereichen wird noch eifrig gebaut.

Beim Abschnitt Dreieck bis zur Anschlussstelle Heldrungen sind die Autobahnbauer auf der Zielgeraden. Im Schmücketunnel rollte seit Dezember 2008 der Verkehr. "Der Abschnitt weiter bis Sömmerda soll bis Ende 2014 fertig sein, wenn alles gut läuft, denn es liegen zwei Winter dazwischen", so Brandenburger.

A71 Südharz-Dreieck bis Heldrungen:

  • Der Autobahn-Abschnitt zwischen Heldrungen und Artern ist 7,9 Kilometer lang.
  • Die Baukosten dafür liegen bei 78,5 Millionen Euro.
  • Es gibt elf Brücken.
  • Die größten führen mit 185 Meter über den Helderbach, 100 Meter über die Unstrut, 116 Meter über Flutgraben.
  • Die Parkplatz-WC-Anlage hat 48 Pkw- und 41 Lkw- sowie Busstellplätze.
  • Der A71-Abschnitt zwischen Artern und Autobahndreieck zur A38 misst 9,2 Kilometer. Baukosten: 103,2 Millionen Euro. Hier gibt es 16 Brücken.
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