Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach trotzt der Branchenkrise

Eisenach.  Bosch hat in den zurückliegenden fünf Jahren mehr als 150 Millionen Euro in sein Thüringer Werk in Eisenach investiert.

Jürgen Lohfing ist Gruppenleiter in der Fertigung von Luftmassenmessern im Werk von Bosch Fahrzeugelektrik in Eisenach 

Jürgen Lohfing ist Gruppenleiter in der Fertigung von Luftmassenmessern im Werk von Bosch Fahrzeugelektrik in Eisenach 

Foto: Foto: Bernd Jentsch

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In einem schwierigen Marktumfeld hat sich die Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH in diesem Jahr sehr gut entwickelt. Entgegen dem Trend einer schrumpfenden weltweiten Automobilproduktion habe man in der Thüringer Fabrik eine stabile wirtschaftliche Entwicklung erreicht, sagte der kaufmännische Geschäftsführer, Andreas Fischer, gestern in Eisenach.

„Wir sind in unsere Erzeugnispalette sehr breit aufgestellt und können Rückgänge bei den Bestellungen in einem Bereich an anderer Stelle kompensieren“, sagte Fischer. So sei es auch gelungen, die Zahl der Beschäftigten konstant auf 1800 Mitarbeiter halten zu können. Man habe lediglich einige Schichten gestrichen, es gebe im Unternehmen aber keine Kurzarbeit, so Fischer. Auch bei der Ausbildung hält das Unternehmen die Zahlen stabil. Im kommenden Jahr sollen erneut - wie in diesem Jahr – 25 junge Menschen eine Lehre im Werk beginnen, Insgesamt erlernen derzeit 159 junge Frauen und Männer hier einen Beruf, darunter sind 93 Lehrlinge von Bosch, die anderen von Firmen aus der Branche, die den Ausbildungsverbund nutzen.

Umgestellt habe man den Schwerpunkt der Ausbildung auf den Beruf des Mechatronikers. Damit wolle man die jungen Leute bereits fit machen, für die Herausforderungen der Digitalisierung, so Fischer. Zudem reagiert man auf den steigenden Bedarf an Fachinformatikern. Füng habe man seit 2016 bereits ausgebildet und eingestellt.

Drei neue Fertigungslinien in Betrieb

In die Firmen-Infrastruktur und drei neue Fertigungslinien – unter anderem für die jüngste Generation der Luftmassenmesser für Pkw – hat Bosch im zurückliegenden Jahr rund 42 Millionen Euro investiert. Rund 150 Millionen Euro flossen in den zurückliegenden fünf Jahren in das Werk. Im kommenden Jahr werde man weiter in der Größenordnung der Vorjahre investieren, kündigte Fischer an.

In Eisenach hofft man darauf im Bosch-Konzern den Zuschlag für die Fertigung der 48-Volt-Batterie für den europäischen Markt zu erhalten. Bislang wird sie für den asiatischen Markt in einem Bosch-Werk in China gefertigt, weil dort die Nachfrage am höchsten war. Allerdings erwartet man bei Bosch, dass 2025 jeder fünfte Neuwagen in China und in Europa mit diesen Batterien ausgestattet sein wird, die den „sanften Einstieg“ in die Elektromobilität ermöglichen.

Der auf Sensortechnik und elektronische Module für den Automobilbau spezialisierte Thüringer Bosch-Standort hat in einigen Fertigungsbereichen im Konzern eine Leitwerksfunktion. Das bedeutet, das die Thüringer Fabrik die weltweite Verantwortung für die Planung, Fertigung, Qualität und technische Unterstützung für diese Erzeugnisse im Konzern übernimmt. Die Erzeugung der Teile findet dann jedoch jeweils vor Ort in der Nähe der Kunden statt. Als Pilotprojekt im Bosch-Konzern wolle man das Thüringer Werk bis 2022 auf eine Kohlendioxid-neutrale Energieversorgung umstellen, kündigte der technische Geschäftsführer, Uwe Löbel, an. Bereist jetzt erzeuge man 4 Gigawattstunden mit einer Photovoltaikanlage auf dem Firmengelände. Im kommenden Jahr solle die Anlage ausgebaut und auf eine Spitzenleistung von 9 Gigawattstunden erweitert werden.

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