Bosch weiht neue Solarfabrik in Arnstadt ein

Nach etwas mehr als zweijähriger Bauzeit hat die Bosch-Gruppe am Freitag ihre neue Solarfabrik in Arnstadt in Betrieb genommen. «Der Standort Arnstadt ist von nun an das Kompetenzzentrum», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bosch-Gruppe, Franz Fehrenbach.

Mit einem Festakt hat die Bosch Gruppe in Arnstadt ihr neues Zentrum für Photovoltaik in Betrieb genommen. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) war mit dabei.  Hier im Bild mit Jacqueline Stade aus Ichtershausen, die gerade den Ablauf der Endkontrolle erklärt.  Foto: Hans-Peter Stadermann

Mit einem Festakt hat die Bosch Gruppe in Arnstadt ihr neues Zentrum für Photovoltaik in Betrieb genommen. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) war mit dabei. Hier im Bild mit Jacqueline Stade aus Ichtershausen, die gerade den Ablauf der Endkontrolle erklärt. Foto: Hans-Peter Stadermann

Foto: zgt

Arnstadt. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) bezeichnete die Investition als "klares Bekenntnis zur Zukunft des Standorts Thüringen".


Bis Ende 2012 sollen 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen, 600 davon allein im laufenden Jahr. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich den Angaben zufolge auf 530 Millionen Euro. Insgesamt beschäftige der Geschäftsbereich Solar Energy derzeit rund 3.500 Mitarbeiter, die in diesem Jahr erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaften werden, sagte Fehrenbach.


Damit verdreifachten sich die Zahl der Mitarbeiter und der Umsatz seit der Übernahme der Erfurter Ersol AG durch Bosch im Jahr 2008. Bosch betreibt in Erfurt und Arnstadt bereits mehrere Produktionslinien für Photovoltaik-Erzeugnisse.

Bosch will weltweit wichtige Rolle in der Photovoltaik spielen

Erfurter Kreuz wird Bosch-Zentrale für Photovoltaik
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In der neuen Fabrik werden neben der Zentrale des Geschäftsbereichs Solar Energy auch die Forschung und Entwicklung, die Fertigung von Solarzellen und -modulen sowie ein Ausbildungszentrum unter einem Dach vereint. Beliefert werde vor allem der europäische Markt. Für den asiatischen und den amerikanischen Markt baut Bosch in Malaysia für 520 Millionen Euro eine neue Fabrik, die der in Arnstadt gleiche, sagte Fehrenbach. Im französischen Vénissieux errichte Bosch derzeit eine weitere Modulfertigung, die Anfang 2012 den Betrieb aufnehmen wird. "Wir wollen weltweit eine wichtige Rolle in der Photovoltaik spielen", sagte Fehrenbach.



Lieberknecht verwies darauf, dass das Land bereits Mitte der 90er Jahre den Aufbau der Solarindustrie im Freistaat unterstützt habe, weil "wir wussten, dass dies die Zukunft ist". Thüringen sei längst nicht mehr die verlängerte Werkbank westdeutscher Unternehmen, sondern "ein eigenständiger Technologiestandort, ein Standort der Innovation".



In dem Arnstädter Werk wurden auf einer Gesamtfläche von 382.000 Quadratmetern Büros und Produktionsgebäude errichtet. In dem neuen Forschungszentrum entwickeln 120 Mitarbeiter neue Produkte und bringen diese zur Serienreife, wie Fehrenbach sagte. Der Standort diene dabei als Leitwerk auch für andere Produktionsstätten, von dem aus die weltweiten Aktivitäten dieses Geschäftsbereichs geplant und gesteuert würden. "Arnstadt ist also künftig der Dreh- und Angelpunkt unseres Photovoltaik-Geschäfts", sagte Fehrenbach.

Strombedarf der Zentrale wird selbst produziert


Bosch betreibt den Angaben zufolge in der neuen Fabrik auch ein eigenes Ausbildungszentrum. Dort können 150 junge Leute auf Berufe wie Mechatroniker, Industriemechaniker oder Verfahrensmechaniker vorbereitet werden.



Beim Bau des Werkes sei auch Solartechnik aus dem eigenen Haus eingesetzt worden, sagte Fehrenbach weiter. Die Fassadenverkleidung am Verwaltungsgebäude sei eine Weltneuheit. Sie bestehe aus 620 jeweils vier Meter hohen Lamellen mit Dünnschicht-Solarmodulen und dienen als Energieerzeuger und Schattenspender. Insgesamt seien Photovoltaiksysteme mit einer Leistung von mehr als einem Megawatt an den Gebäuden installiert, sagte der Bosch-Manager. Die Anlagen erzeugten jedes Jahr gut eine Million Kilowattstunden Strom und könnten damit den Bedarf der Büros der gesamten Zentrale abdecken.