Corona: Stromverbrauch in Thüringen sinkt beträchtlich

Erfurt.  Durch die Corona-Krise verzeichnen Thüringens Energie- und Wasserversorger teils deutliche Änderungen beim Verbrauch. Ein auffällige Auswirkung überrascht jedoch.

Die Energiepreise sollen nicht steigen (Symbolbild).

Die Energiepreise sollen nicht steigen (Symbolbild).

Foto: Jens Büttner / dpa

Die Energie- und Wasserversorger in Thüringen können auch in den nächsten Wochen selbst bei einer weiteren Verschärfung der Corona-Pandemie stabil liefern.

Die Thüringer Energie AG (Teag) registriert seit dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens vor drei Wochen einen deutlichen Rückgang des Energieverbrauchs bei Industriekunden. Zwischen 10 und 15 Prozent hätten sich die Abnahmemengen bei vielen Betrieben reduziert, erklärt Unternehmenssprecher Martin Schreiber. Es gebe aber auch den gegenläufigen Trend, beispielsweise bei Firmen, die Verpackungen oder Hygieneartikel produzieren, sowie in der Lebensmittelindustrie. Der Gasverbrauch sei im Durchschnitt zwischen drei und fünf Prozent gesunken.

Strompreise stabil, deutliche mehr Festnetztelefonie

Trotz Corona-Krise bleiben die Preise stabil, sagt er. Die Teag hat im Freistaat etwa eine halbe Millionen Energiekunden. Zudem betreibt das Unternehmen Breitbanddaten- und Telekommunikationsnetze. Besonders auffällig seit dem Lockdown sei, dass die Festnetztelefonie deutlich zugenommen habe. Firmen würden intern sehr viel mehr telefonieren als zu früheren Zeiten. Auch die sächsische Envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) plant trotz des sinkenden Stromverbrauchs keine Preiserhöhungen. Das Unternehmen betreibt in Thüringen vor allem im Altenburger Land und in der Region Roßleben (Kyffhäuserkreis) Energienetze.

Trinkwasserversorgung gesichert

Der Wasserverbrauch in Thüringen ist indes gleichbleibend. Der aktuelle Wasserbedarf sei stabil, sagt Anne Barthel, Sprecherin der Thüringer Fernwasserversorgung.

Die Trinkwasserversorgung sei qualitativ und quantitativ gesichert, sagt Barthel. Seit dem 19. März werde der Pandemieplan umgesetzt. Der Betrieb konzentriere sich auf Kernaufgaben. Wie bei anderen Versorgern werden erhöhte Sicherheitsvorkehrungen für die Mitarbeiter umgesetzt, damit für wichtige Betriebsteile der Trinkwasserversorgung immer ausreichend Personal vorhanden ist.

Live-Blog Coronavirus: Kein Festivalsommer in Thüringen - Betriebe chartern Flugzeuge für Erntehelfer