Das Ziel ist klar: Abgasfreie Fahrzeuge ohne Diskussion über Reichweiten oder Tankdauer

Sonneberg  Thüringer Wissenschaftler und Firmen beteiligen sich mit Projekt an Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums.

Joachim Löffler, Geschäftsführer der Firma Kumatec Sondermaschinenbau & Kunststoffverarbeitung im südthüringischen Neuhaus-Schierschnitz, ist einer der Initiatoren des Wasserstoff-Projektes.

Joachim Löffler, Geschäftsführer der Firma Kumatec Sondermaschinenbau & Kunststoffverarbeitung im südthüringischen Neuhaus-Schierschnitz, ist einer der Initiatoren des Wasserstoff-Projektes.

Foto: Dietmar Grosser

Abgasfreie Fahrzeuge ohne Diskussion über Reichweiten oder Tankdauer – das ist das Ziel eines Projektes, welches gestern in Sonneberg erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Als Firma sei man schon seit einiger Zeit mit dem Thema der Brennstoffzelle beschäftigt, bestätigte Joachim Löffler, Geschäftsführer der Firma Kumatec Sondermaschinen & Kunststoffverarbeitung mit Sitz in Neuhaus-Schierschnitz. Jetzt habe man sich mit Partnern dazu entschlossen, mit einem gemeinsamen Projekt zu zeigen, welche Rolle der Wasserstoff bei der Energiewende spielen kann.

„Wir wollen über Ländergrenzen hinweg eine Wasserstoffquell- und Wertschöpfungsregion zwischen Main und Elbe entwickeln“, kündigte Löffler an. Dazu habe man Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und allen gesellschaftlichen Gruppen zur aktiven Teilnahme eingeladen. Partner aus Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind ebenso dabei wie die Thüringer.

In Thüringen so gut wie keine Tankstellen dafür

„Die asiatischen Automobilkonzerne treiben die Entwicklung der Wasserstofffahrzeuge voran, liefern längst Autos aus“, sagte Löffler. Damit entstehe der Druck, die nötige Infrastruktur dafür zu schaffen. Ein Ziel, dem sich die Projektpartner verschrieben haben.

Kumatec hatte seine vorhandenen Autos mit der Wasserstofftechnologie zur Auftaktveranstaltung mitgebracht und erläuterte auch deren Vorteile gegenüber den rein batteriebetrieben Modellen. In drei bis fünf Minuten seien die Fahrzeuge betankt und „sie erreichen eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern“, so Löffler. Allerdings gebe es bislang in Thüringen so gut wie keine Tankstellen dafür. Kumatec betreibt eine auf dem Firmengelände.

Brennstoffzellen-Busse könnten zukünftig durch die Region rund um Sonnberg rollen

Neben der Kumatec gehören die Bauhaus-Universität in Weimar und der Branchenverband Solarinput aus Erfurt zu den Initiatoren der Initiative. Für weitere Partner sei man aber offen, versicherte Löffler. So hätten bereits die Städte Sonneberg und Apolda ihr Interesse bekundet, an dem Projekt mitzuwirken. In einem ersten Schritt könnten die Brennstoffzellen-Busse zukünftig durch die Region rund um Sonnberg rollen. Schrittweise wolle man das Projekt in andere Regionen ausweiten.

Bis zum 31. Oktober haben die Projektpartner nun Zeit, ein schlüssiges Konzept vorzulegen, mit dem sie sich als eines von 32 Vorhaben um Fördermittel der Bundesforschungsministeriums bewerben. „Diese 32 haben wir aus insgesamt 105 Bewerbern vorausgewählt“, bestätigte Hans-Peter Hiepe vom Ministerium. Der Zeitplan bis Ende Oktober sei durchaus sportlich, räumte Hiepe ein.

Das Förderprogramm

  • Das Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ gibt den Anstoß für neue regionale Bündnisse und legt den Grundstein für einen nachhaltigen innovationsbasierten Strukturwandel.
  • Aus den Bündnissen, die bis 31. Oktober 2017 eine Skizze eingereicht hatten, hat das Ministerium die 32 überzeugendsten Bewerbungen ausgewählt.
  • Für die Konzeptphase können Bündnisse maximal drei Vorhaben mit einer Fördersumme von insgesamt bis zu 200 000 Euro beantragen.
  • Die Besten erhalten jeweils zwischen maximal 10 und 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

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