Ehemaliges Flüchtlingsheim wird saniert

Felchta  Neuer Eigentümer kommt aus Sachsen. Vorerst wird ein Block umgebaut. Große Wohnungen geplant. Modellprojekt beim Recyceln der Fenster

Thomas Kull (links) und Uwe Geitel mit einem Bauplan in einem Wohnblock, der gerade saniert wird.

Thomas Kull (links) und Uwe Geitel mit einem Bauplan in einem Wohnblock, der gerade saniert wird.

Foto: Daniel Volkmann

Die Murada GmbH aus Freiberg in Sachsen modernisiert derzeit zwei Wohnblöcke in Felchta – jene beiden, in denen bis vergangenes Jahr Flüchtlinge untergebracht wurden. Bis zu 220 Menschen lebten dort. Die Art der Modernisierung soll Pilotcharakter tragen und steht unter der Überschrift: Bauherr und regionaler Fensterbauer setzen bei energetischer Sanierung auf Nachhaltigkeit.

Denn wenn ein Haus abgerissen oder saniert wird, fällt normalerweise jede Menge Bauschutt an – alte Fenster, Bodenbeläge, Dachbahnen, elektrische Leitungen und vieles mehr. Die umweltgerechte Entsorgung beziehungsweise ressourcenschonende Wiederverwertung dieser Materialien ist das Thema der Aktion „Best Practice für die Umwelt“.

Mehrere Millionen Euro werden investiert

Die Sanierung soll eines jener Bauprojekte werden, bei denen die genannten Aspekte vorbildlich umgesetzt werden. Die Initiative wurde von der Rewindo-Fenster-Recycling-Service GmbH und der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt aus Bonn gestartet. Mit im Boot sind auch der Bad Langensalzaer Fensterbauer TMP sowie die Veka Umwelttechnik GmbH aus Behringen, einer der größten Altfenster-Recycling-Anlagen Europas.

Die Bauteile der Fenster werden dort zunächst zerkleinert und nach ihren verschiedenen Materialien getrennt. In diesem Prozess wird unter anderem PVC-Granulat gewonnen, das zum Bau neuer Fenster eingesetzt werden kann.

Seit März wird an dem ersten der zwei 1986 gebauten Blöcke gearbeitet. Die ausgedienten PVC-Bauteile – das sind 89 Fenster und 24 Balkonelemente – werden dabei nicht in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt, sondern in Behringen recycelt und später wiederverwertet. Die Veka GmbH arbeitet dabei mit TMP zusammen.

In zwei Bauabschnitten will Murada zwischen drei und vier Millionen Euro investieren. Der erste Block soll bereits im kommenden Jahr vermietet werden. Was die Miethöhe pro Quadratmeter angeht, da werde „wohl eine Fünf, vielleicht auch eine Sechs“ vorn stehen, meint Murada-Vertriebs-Mitarbeiter Thomas Kull.

Bei der Sanierung des verbleibenden Wohnblocks wolle man die Zuschnitte der Wohnungen ändern. Es sollen, so der aktuelle Plan, größere Wohnungen von 100 Quadratmeter und mehr entstehen. Denn die fehlen in Mühlhausen und werden derzeit vor allem von Flüchtlingsfamilien nachgefragt. Dass die zu den Bewohnern der sanierten Gebäude zählen werden, daraus macht Kull keinen Hehl. In Sachsen, wo man ebenfalls zahlreiche Häuser wieder hergerichtet hat, setzt man bereits auf diese Mieter und habe dabei gute Erfahrungen gesammelt.

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