Entscheidung zu Kalischacht in Roßleben noch in diesem Jahr

Am 24. August 2007 - vor mehr als fünf Jahren - berichtete unsere Zeitung, dass die bundeseigene Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben (GVV) mit insgesamt vier Unternehmen über die Wiederöffnung des Kalischachtes in Roßleben verhandelt. Damals hieß es: "Schon 2009 könnten die Arbeiten am neuen Kaliwerk beginnen."

Das Kali-Gelände in Roßleben im Kyffhäuserkreis wird seit Langem und immer noch renaturiert, wie unser Luftbild zeigt. Foto: Marco Kneise

Das Kali-Gelände in Roßleben im Kyffhäuserkreis wird seit Langem und immer noch renaturiert, wie unser Luftbild zeigt. Foto: Marco Kneise

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Erfurt. Heute, im September 2012, liegt der ehemalige Schacht in Roßleben immer noch unberührt in der Spätsommersonne. Dabei haben - nach zähen Verhandlungen - vor fast zwei Jahren gleich zwei Unternehmen ihre Angebote für das Bergwerkseigentum abgegeben: der deutsche Bergbauriese "Kali & Salz" und die Investorengruppe "Florett".

Seitdem prüft die GVV in Sondershausen die Angebote. Über Wochen versuchte unsere Zeitung, einen Termin bei GVV-Geschäftsführer Klaus-Dieter Bahr zu bekommen.

Auch "Kali & Salz" ist sauer. "Wir warten seit Jahren auf eine Entscheidung der GVV, wer den Zuschlag erhält", sagte ein Unternehmenssprecher unserer Zeitung. Eine Investition in der Größe von bis zu 100 Millionen Euro brauche Vorlauf.

Arbeitsplätze womöglich auch für Thüringer

Die GVV schwieg, bis sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen-Claudio Lemme einschaltete. "Mir liegt es sehr am Herzen, dass in der Region Roßleben wieder Kali abgebaut wird", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Daher sprach er bei Klaus-Dieter Bahr vor - und wurde sogar vorgelassen. Hinterher berichtete er, dass dieser Tage eine weitere Verhandlungsrunde mit Florett anberaumt sei.

Ein Bieterwettstreit findet statt. Es geht um die Abgabe, die pro geförderter Tonne an den Bund fließen soll. Die Entscheidung soll in diesem Jahr fallen. Egal, für welchen Bieter sich die GVV am Ende auch entscheiden wird: "Sicher ist mittlerweile, dass der neue Schacht nicht in Thüringen gebaut wird", so Lemme.

Als Favorit gilt Reinsdorf bei Nebra, nur ein paar Kilometer von der Landesgrenze und Roßleben entfernt. Doch auch dort würden etliche Bewohner des Kyffhäuserkreises einen neuen, gut bezahlten Job finden.

Auf Länderebene ist man sich bereits einig. Wer auch immer am Ende den Zuschlag erhält, er muss nur mit einer gemeinsamen Bündelungsbehörde von Sachsen-Anhalt und Thüringen verhandeln. So soll die Umsetzung beschleunigt werden.

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