Erste Elektrobusse für Jena bestellt

Jena  Nahverkehrsfirma nimmt Solaranlage zur Stromversorgung in Betrieb.

Fototermin an der Solaranlage: Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) und Denis Peisker, Dezernent für Stadtentwicklung in Jena und neuer Landeschef der Grünen, vor dem Dach der Wartungshalle.

Fototermin an der Solaranlage: Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) und Denis Peisker, Dezernent für Stadtentwicklung in Jena und neuer Landeschef der Grünen, vor dem Dach der Wartungshalle.

Foto: Bernd Jentsch

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Die Elektrobusflotte mit der Energie aus der eigenen Solaranlage auf dem Dach zu betreiben – das ist der Plan der Firma Jenaer Nahverkehr.

„Wir werden den tagsüber gewonnenen Strom aus der Sonnenergie dann in der Nacht aus den Zwischenspeichern in die Fahrzeuge abgeben“, sagte Geschäftsführer Andreas Möller gestern in Jena. Am Betriebshof Burgau nahm die Firma eine Solaranlage in Betrieb, in die man rund eine Viertelmillion Euro investierte.

Man wolle nicht nur über Klimaschutz reden, sonder etwas dafür tun, berichtete Möller über die Anschaffung von zwei Elektroautos für den Firmenfuhrpark. Anfang 2019 sollen die ersten drei Elektrobusse in Dienst gestellt werden, kündigte der Geschäftsführer an. „Binnen zehn Jahren wollen wir dann die gesamte Flotte von 40 Bussen auf Elektrofahrzeuge umgestellt haben“, sagte Möller.

„Jena nimmt hier thüringenweit eine Vorreiterrolle ein“. würdigte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) das Projekt des Nahverkehrsbetriebes. „Mit unserem Programm Solar-Invest wollen wie die Energiewende auf die Dächer unserer Städte holen“, sagte Siegesmund. Daher habe man das Vorhaben in Jena mit einer Summe von 50 000 Euro gefördert.

„Hier in Jena zeigen die Verantwortlichen, was alles geht, wenn man es denn will“, verwies die Ministerin auf die Pläne zur Anschaffung von Elektrobussen. Auch dafür stünden in ihrem Haus rund 14 Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Immerhin ersetze jeder Elektrobus täglich die Städte von den Abgasen von 100 Autos. Und man könne die Anschaffung der Elektrofahrzeuge mit bis zu 80 Prozent fördern.

Andere Städte müssten davon überzeugt werden, dass diese Fahrzeuge alltagstauglich sind. „Insofern sind die Jenaer auch hier wieder Vorreiter, indem sie anderen zeigen, dass es geht“, versicherte Siegesmund.

Klimaschutz werde in Jena großgeschrieben, erklärte Oberbürgermeister Albrecht Schröter. Dass dies keineswegs überall selbstverständlich sei, habe er erst auf der Weltklimakonferenz in Bonn erleben müssen.

Die Anlage auf dem Dach der Wartungshalle ist auf zusammen rund 1200 Quadratmetern Fläche errichtet worden, verriet Geschäftsführer Möller. Sie wird zukünftig bei entsprechender Sonneneinstrahlung eine Spitzenleistung von insgesamt 200 Kilowatt peak erzeugen. Das entspricht nach seinen Angaben damit einer Jahresleistung von 168 000 Kilowattstunden Strom – genauso viel wie etwa 90 Haushalte im Jahr verbrauchen.

„Damit können wir künftig etwa 15 Prozent des Betriebsstrombedarfs, zum Beispiel für die Werkstätten, die Waschanlage und die Fahrzeugabstellhallen, selbst abdecken“, erklärte Möller.

Errichtet wurde die Solaranlage in weniger als zwei Monaten von dem Unternehmen MHB Montage im Auftrag der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck.

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