Fast 200 Menschen demonstrierten in Oberdorla gegen Fracking

Der Protest gegen die umstrittene Methode, mit der der kanadische Konzern BNK Petroleum in Nordthüringen Methan-Gas suchen und fördern will, vereinte am Mittwoch 200 Menschen in Oberdorla.

Gegen die Gasbohrungen demonstrierte am Mittwoch auch Evelin Weiß. Foto: Daniel Volkmann

Gegen die Gasbohrungen demonstrierte am Mittwoch auch Evelin Weiß. Foto: Daniel Volkmann

Foto: zgt

Oberdorla. Sie machen sich Sorgen um die Reinheit ihres Trinkwassers und zeigten sich wütend darüber, dass überhaupt niemand hier gefragt werde, was passieren soll.

Fracking wird die Methode genannt, bei der mittels einer mit Chemikalien versetzten Flüssigkeit Gestein aufgebrochen wird, um darin eingeschlossenes Methan-Gas freizusetzen und schließlich zu fördern. Drei großflächige Gebiete sind dafür in Nordthüringen abgesteckt - und die Genehmigung zur Suche erteilt.

Winfried Bötticher, einer der Initiatoren des Protestes, wandte sich dagegen, dass weder das Verfahren einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werde, noch kommunale Gremien und Betroffene gefragt wurden. Da gelten bei jeder Kaufhallenerweiterung strengere Auflagen, weiß der Mann, der Oberdorlas Bürgermeister und Chef des Trinkwasserzweckverbandes "Hainich" ist.

Problematisch sei für ihn die Fracking-Methode besonders in einem Gebiet wie der Vogtei, wo Trinkwasser gewonnen werde, ohne dass es aufbereitet werden müsse. Zwar sei zugesichert, dass man die Trinkwasserschichten mit einer doppelten Ummantelung durchbohre, aber dem Zweckverbandschef zufolge ließen sich Spätfolgen nicht ausschließen.

Einwände gegen das Fracking kommen auch von Ulrich Schröter. Der Ingenieur betreibt ein Bauplanungsbüro. Er macht darauf aufmerksam, dass beim Fracking das krebserregende Gas Radon in tieferen Schichten gelöst werden und so in die Luft entweichen könne.

Winfried Bötticher und die Mitinitiatorin des Protestes, Beate Hildebrandt, kündigten die Gründung einer Bürgerinitiative "Gegen Gasbohren in Thüringen" an.

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