Firma aus Anrode hat große Pläne für ehemaliges Schlecker-Haus in Bad Langensalza

Bad Langensalza  Fußbodenheizung in den Wohnungen, barrierefreier Zugang per Aufzug, eine Dachterrasse, Parkplätze mit Stromanschlüssen für Elektro-Autos: Es ist ein ambitioniertes Vorhaben, das die Vivatur GmbH aus Anrode mit dem Eckhaus am Wiebeckplatz verfolgt.

Die Fassade, das Dach und die Fenster des Hauses wurden bereits saniert.

Die Fassade, das Dach und die Fenster des Hauses wurden bereits saniert.

Foto: Daniel Volkmann

Noch ist das Gebäude in einem schlechten Zustand. Die Fassade, das Dach und die Fenster wurden renoviert, innen und auf der Rückseite sieht es noch recht wüst aus. Vivatur-Geschäftsführer Daniel Böttcher ist der Ehrgeiz anzumerken. „Wir versuchen, bis Ende 2018 mit der Sanierung fertig zu sein“, sagt er einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Das Haus an der Ecke Wiebeckplatz/Lange Brüdergasse ist den meisten Bad Langensalzaern als ehemaliger Schlecker bekannt. Mit der deutschlandweiten Pleite der Drogerie-Kette schloss 2012 auch diese Filiale. Das Haus hat eine wechselvolle Geschichte. Im 19. Jahrhundert beherbergte es eine Materialgroßhandlung und diente als Experimentierstube zur Herstellung von Düngemitteln, bis die Polizei einschritt. Schon 1908 war dort der Sitz einer Drogerie, betrieben vom Apotheker Max Otto. Zu DDR-Zeiten war das Gebäude ein Spezial-Kaufhaus für Wohnungseinrichtung.

Anwaltskanzlei oder Steuerbüro ja, Bar oder Restaurant nein

Auch künftig sollen die Räume im Erdgeschoss für Gewerbe genutzt werden, sagt Daniel Böttcher. „Wir sind uns bewusst, dass es schwierig wird, hier einen Laden anzusiedeln. Trotzdem wollen wir versuchen, die Ecke zu beleben“, berichtet er. Auch eine Anwaltskanzlei oder ein Steuerbüro sei denkbar.

Was es mit Blick auf die Ruhe der künftigen Mieter in den Wohnungen darüber nicht geben soll, ist eine Bar oder ein Restaurant. 200 Quadratmeter stehen unten zur Verfügung. Über die Rückseite ist zudem die Waren-Anlieferung möglich. Sechs bis acht Wohnungen sollen in der ersten und zweiten Etage entstehen. Der jetzige Zuschnitt werde sich vollkommen verändern. Die Besonderheit: Die künftigen Mieter dürfen in Sachen Grundriss ihrer Bleibe mitreden, kündigt Daniel Böttcher an.

Die Wohnungen auf der Rückseite des Hauses sollen mit Balkonen ausgestattet werden. Die vorderen Wohnungen, wo keine Balkone möglich sind, sollen wiederum von einer Dachterrasse profitieren, die gemeinsam genutzt werden kann. Angedacht seien zudem zwei Loggias auf der Vorderseite mit Blick über die Stadt. Da das Haus - abgesehen von einem uralten, nicht nutzbaren Gewölbe - keinen Keller hat, soll der Dachboden als gemeinsamer Wasch-, Trocken- und Abstellraum ausgebaut werden.

Jeder Mieter werde im Hof des Hauses einen Parkplatz erhalten. Jede Bucht ist schon jetzt mit einer Steckdose ausgestattet, über die das eigene Elektroauto aufgeladen werden kann. Die Abrechnung folge dann über die Stromrechnung für die Wohnung. Gegebenenfalls könnten die Parkplätze später auch öffentlich genutzt werden.

Sanierung soll nächstes Jahr beginnen

Die Strom-Ladeplätze sind Teil des Gesamtkonzepts für das Haus, betont Daniel Böttcher. Er sagt: „Uns schwebt ein Mehrgenerationen-Wohnhaus vor. Die Wohnungen werden barrierefrei sein. Die Kernstadt Bad Langensalzas bietet sich für den Lebensabend genauso an wie für junge Leute. Für kurze Strecken in der Stadt wird das Elektro-Auto an Bedeutung gewinnen.“

Etwa 750.000 Euro will die Firma in das Haus investieren. Bis Ende dieses Jahres sollen die Genehmigungen für die Baupläne vorliegen, nächstes Jahr soll die Sanierung beginnen.