Für zuverlässige Versorgung – Energieversorger bauen eigenes Funknetz auf

Erfurt  Die Thüringer Energie AG hat den ersten Masten für das Projekt bereits errichtet. Das System soll eine sichere Kommunikation auch bei Stromausfall ermöglichen.

Die Thüringer Energie AG ist Teil des Konsortiums zum Bau des Funknetzes.

Die Thüringer Energie AG ist Teil des Konsortiums zum Bau des Funknetzes.

Foto: Martin Schutt, dpa

Tausende kleine Anlagen zur Stromerzeugung stellen das bundesweite Netz vor immer neue Herausforderungen.

Täglich sind mehrfach Eingriffe in das Netz notwendig, um es zu stabilisieren. Einen flächendeckenden Stromausfall will man natürlich vermeiden, für einen solchen aber auch gerüstet sein. Deshalb haben gestern in Berlin mehrere Energieversorger aus ganz Deutschland – darunter die Thüringer Energie AG (Teag) aus Erfurt – ihre Pläne zum Aufbau eines eigenen Funknetzes präsentiert.

„Die Energiewende hat unsere Stromversorgungssysteme einer radikalen Veränderung unterworfen. Die vielen dezentral und unregelmäßig einspeisenden Wind- und Solaranlagen und das darauf abgestimmte Speicher- und Lastmanagement beim Kunden erhöhen den Steuerungsbedarf enorm“, erläuterte Stefan Reindl, Sprecher des Vorstands der Teag, die Beweggründe der an dem Projekt beteiligten Unternehmen. Um jederzeit eine zuverlässige Versorgung zu gewährleisten, müssten sämtliche Einheiten des Systems digital vernetzt werden.

„Wir als Energiewirtschaft wollen diese Digitalisierung vorantreiben. Doch dafür brauchen wir eine leistungsfähige, sichere und hoch verfügbare Kommunikationsinfrastruktur“, sagte Reindl.

Die Energieversorger und Netzbetreiber Ewe Netz, Netzgesellschaft Düsseldorf, Rheinenergie, Teag, Wemag und Westfalen-Wesernetz investieren in neue Funknetze. Diese sollen vor allem zur Steuerung der Stromnetze und zur Notfallkommunikation eingesetzt werden. Anders als übliche Telekommunikationsnetze funktionieren die Funknetze mit einer sehr hohen örtlichen und zeitlichen Verfügbarkeit. So kann die Stromversorgung sicher gesteuert und im Notfall schnell wiederhergestellt werden.

Bundesweit werden für dieses neue Funknetz laut Teag insgesamt 73 eigene Sendemasten für die geplante 450-Megahertz-Frequenz entstehen. Der erste dieser neuen Masten in Thüringen steht bereits bei Apolda.

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