Gesichter des Thüringer Handwerks für Kalender abgelichtet

Artern  Zwölf Gesichter des Handwerks sollen einen Kalender für das Jahr 2020 zieren. Impressionen vom Fotoshooting in einer Familien-Konditorei in Artern.

Bäckermeister Florian Trautmann (links), Susann Nuernberger und Sandro Jödicke betrachten eines der Bilder auf dem Laptop. Mehr als drei Stunden dauerte das Shooting in der Backstube – bis das Fotografen-Team zufrieden war.

Bäckermeister Florian Trautmann (links), Susann Nuernberger und Sandro Jödicke betrachten eines der Bilder auf dem Laptop. Mehr als drei Stunden dauerte das Shooting in der Backstube – bis das Fotografen-Team zufrieden war.

Foto: Sascha Fromm

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Ich hätte gern ein halbes Roggenbrot und drei Stück Pflaumenkuchen“, sagte die junge Frau im Verkaufsraum der Konditorei am Rathaus in Artern. Aus ihrer Sicht ist alles wie immer an diesem Tag im Geschäft.

Doch hinter der Tür des Raumes ist nichts normal. Dort hat sich die Backstube in ein Fotoatelier verwandelt. Ob denn die Rauchmelder ausgeschaltet seien, erkundigt sich Fotograf Sandro Jödicke bei Konditormeister Uwe Trautmann.

Die Frage hat ihren Grund, denn für die geplanten Aufnahmen arbeiten Jödicke und sein Team auch mit künstlich erzeugtem Nebel.

Gegen Mittag haben die Profis vom Studio Whitedesk in Erfurt mit dem Aufbau in der Backstube begonnen, mittlerweile sind gut zwei Stunden ins Land gegangen und Jödicke ist noch immer nicht vollends zufrieden. „Den rechten Scheinwerfer ein bisschen drehen bitte“, ruft er seinen Mitstreitern zu, alle mit dem nötigen fotografischen Blick ausgestattet, wie er versichert. Die Bleche müssen aus dem Bild, lautet die nächste Anweisung.

„Lass dich nicht ablenken von der jungen Frau“

Florian Trautmann harrt am Backtisch derweil auf die nächsten Aufnahmen. Der junge Bäckermeister hat es bei der Wahl der Handwerkskammer Erfurt unter die zwölf Finalisten geschafft. Er ist also eines von zwölf Gesichtern des Handwerks, die einen Kalender für das Jahr 2020 zieren sollen.

Jetzt entstehen hier in der Backstube die Aufnahmen für diesen Kalender. „Das ist ja richtig anstrengend“, entfährt es Uwe Trautmann, der als Augenzeuge in der Ecke steht und das Geschehen in seinem Betrieb mit der eigenen Kompaktkamera festhält. Also Model möchte er echt nicht werden, ergänzt Sohn Uwe, der mit seinem Bruder Alexander das Familienunternehmen in nächster Generation fortführen wird.

„So es geht weiter“, sagt Jödicke und richtet die Kamera auf den Hauptdarsteller des Tages. Der wird immer wieder in Position gebracht, muss mal zehn Zentimeter nach vorn kommen, mal den Kopf ein wenige neigen. „Bleib bei mir, lass dich nicht ablenken von der jungen Frau“, fordert der Fotograf den Bäckermeister lächelnd auf.

Bis zu drei Stunden vergehen pro Kalenderblatt

Unzählige Male wird der Auslöser betätigt, immer wieder am Laptop das Bild analysiert und der Hintergrund oder die Beleuchtung verändert. Bis zu drei Stunden vergehen pro Kalenderblatt, erklärt Jödicke, der kreuz und quer durch Thüringen die zwölf Finalisten mit seinem Team besucht und ablichtet. Am Ende entscheide er, mit welchem Motiv seine Protagonisten in den Kalender aufgenommen werden, sagt Jödicke.

Bäckermeister Florian Trautmann ist gespannt auf sein Bild im neuen Handwerkskalender und er freut sich auf den diesjährigen Tag des Handwerks am 21. September in Weimar. Dort findet dann das Finale des Wettbewerbs „Gesichter des Handwerks “ statt.

Aus zwölf Kandidaten, sechs Frauen und sechs Männern, werden die beiden Gewinner ermittelt, die das Thüringer Handwerk ein Jahr lang repräsentieren dürfen. Daneben können sie sich über einen Reisegutschein in Höhe von jeweils 1000 Euro freuen. Damit könne man etwas anfangen, meint Trautmann.

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