Großbäckerei schafft bis zu weitere 150 Jobs in Bleicherode

Bleicherode  Panem will zweites Werk in Bleicherode bauen und ab Anfang 2021 dort produzieren. Schon jetzt stößt die Firma an ihre Kapazitätsgrenzen.

Markus Schirmer ist seit Februar 2018 Geschäftsführer der Panem Backstube GmbH. Archivfoto: Kristin Müller

Markus Schirmer ist seit Februar 2018 Geschäftsführer der Panem Backstube GmbH. Archivfoto: Kristin Müller

Foto: Kristin Müller

Dieser Wunsch stand für Bürgermeister Frank Rostek (CDU) seit Jahren ganz oben: Die Großbäckerei Panem möge ihr Werk II bauen und 150 neue Arbeitsplätze schaffen.

Nach monatelangem Warten und Hoffen steht nun fest: Das Unternehmen ist bereit dazu. „Wenn alles gut läuft, ist Anfang 2021 Produktionsstart im neuen Anbau“, sagt Geschäftsführer Markus Schirmer.

Panem plant, Werk II südlich des bestehenden Baus – also Richtung Autobahn – zu errichten. Das Grundstück gehört dem Unternehmen bereits. Wieder soll Platz sein für insgesamt vier Produktionslinien, die nach und nach in Betrieb gehen sollen. Letztlich würden voraussichtlich 100 bis 150 neue Mitarbeiter gebraucht, so Schirmer.

Er hofft, die Genehmigung des Bauantrags und eine ebensolche nach Bundesimmissionsschutzgesetz im Sommer zu bekommen, um die Aufträge an die Baufirmen im September oder Oktober vergeben zu können. Gegen Jahresende oder Anfang 2020 soll der Bau mit den Bodenarbeiten beginnen.

Schirmer zeigt sich optimistisch, was den Segen der Behörden angeht. Die Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz auch für die Erweiterung habe es schon im Zuge der Ansiedlung 2014 gegeben. Nur müsse wegen der seitdem vergangenen großen Zeitspanne der Prozess nochmals durchlaufen werden. Weder Lärm noch Gestank stören. „Die Schwaden, die in den Himmel steigen, sind nur Wasserdampf.“

Die Panem Backstube GmbH investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in Werk II. „Wir haben uns am Markt mit guter Qualität behaupten können und so unseren Absatz stetig steigern können“, begründet Markus Schirmer diesen Schritt.

Panem hatte seine Produktion Anfang 2015 in Bleicherode gestartet und beschäftigt aktuell knapp 200 Mitarbeiter. Schirmer, promovierter Lebensmitteltechnologe aus einer Bäckersfamilie, führt den Betrieb seit Februar vergangenen Jahres. Inzwischen, sagt er, genügen die eigenen Kapazitäten nicht mehr, um die Kundenaufträge zu erfüllen. So müsse man bereits etwa 20 Prozent von anderen produzieren lassen.

Rostek erwartet neuen Schub für die Stadt

Das Produktportfolio für das neue Werk steht noch nicht endgültig fest. Doch geht Schirmer davon aus, dass mehr mediterrane Produkte wie Baguettes und Ciabattas gebacken werden. Und: „Auch in der Industrie ist Natursauerteig die Zukunft.“

Panem verkauft in ganz Deutschland, täglich verlassen etwa 25 Lkw das Werksgelände. In Summe werden im Jahr rund 300 Millionen Brötchen und 20 Millionen Brote gebacken.

Im Zuge der Erweiterung braucht die Großbäckerei nicht nur Bäcker und Bäckermeister, sondern auch Techniker und Logistikarbeiter. Ungelernte haben bei Panem ebenso eine Chance.

„Die Akquise findet primär über Leiharbeit statt, oft folgt eine Übernahme und Weiterbildung“, erklärt Schirmer. Um beispielsweise Schichtleiter für das neue Werk zu bekommen, qualifiziere man schon jetzt vorhandenes Personal.

Viele kämen aus Nordhausen, darunter auch Migranten, die etwa fünf Prozent der Belegschaft ausmachen. „Die Zugverbindung nach Nordhausen ist für uns sehr wichtig“, meint Schirmer. Über einen Kleinbus als Zubringer zum Bahnhof in Bleicherode-Ost denkt er nach. Auch eine öffentliche Busanbindung wäre ein Wunsch.

Stadtchef Rostek jedenfalls verspricht voller Freude über die geplante Erweiterung jede mögliche Unterstützung. „Die Firma hat Wort gehalten, hat auch ihren Sitz in Bleicherode. Da haben wir gut was an Gewerbesteuern zu erwarten“, formuliert Rostek seine Hoffnung. Nicht minder wichtig: Der ein oder andere neue Panem-Mitarbeiter könnte nach Bleicherode ziehen, und die Kaufkraft in der Stadt steigt.

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