Große Nachfrage in Krise bei Bluechip

Meuselwitz.  Der Thüringer Computerhersteller Bluechip Computer AG aus dem Altenburger Land berichtet über ein Auftragsplus in der Krise: Welche Produkte jetzt besonders gefragt sind.

Vortest von Komponenten in der Computerfertigung.

Vortest von Komponenten in der Computerfertigung.

Foto: Tino Zippel

Trotz der Corona-Krise arbeitet der Computerhersteller Bluechip in Meuselwitz (Altenburger Land) im Vollbetrieb. Die Pandemie hat zu einem starken Anstieg der Bestellungen geführt. Vorstandschef Hubert Wolf berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, was nun besonders bei Kunden gefragt ist. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Laut Wolf ist die Nachfrage bei Produkten für die Telearbeit, aber auch bei Spiele­computern derzeit deutlich höher als in Vergleichszeiträumen der vergangenen Jahre. Kurzarbeit sei deshalb bislang nicht nötig gewesen.

Privatkundenableger one.de mit Zuwachs

Besonders gefragt seien tragbare Computer, Kopfhörer mit Mikrofon und Webcams, berichtet Wolf. Zudem seien über die Tochterfirma one.de, die sich an Privatkunden richtet, 40 Prozent mehr Aufträge für Spielecomputer eingegangen, fügt der Unternehmenschef an. Die Belegschaft in Meuselwitz erledige gerade aber auch Aufträge für Schulen und Krankenhäuser.

Lagerhaltung hilft über Lieferengpass hinweg

Die Lagerhaltung bei wesentlichen Komponenten habe sich ausgezahlt, um arbeitsfähig zu bleiben, wie Wolf erläutert. Generell halte Bluechip mehr Bauteile im Lager vor, da Computer individuell konfigurierbar seien. „Wir bauen die Geräte nach Kundenwunsch und müssen deshalb für verschiedene Konfigurationen gerüstet sein“, sagt Wolf. Dank des gut gefüllten Lagers sei es möglich gewesen, die in den vergangenen drei Wochen schwierige Liefersituation zu überbrücken. Einige Bauteile habe der Hersteller nun per Luftfracht bezogen.

Für Bluechip arbeiten 270 Menschen im Altenburger Land. Beim Privatkundenableger in Schortens (Niedersachsen) sind es 50 Beschäftigte. Laut Wolf wird es im April definitiv keine Kurzarbeit geben. Allerdings gingen Aufträge in der Regel kurzfristig ein, so dass die Geschäftsentwicklung in den nächsten Wochen nicht zu prognostizieren sei. „Wir hoffen wie alle Unternehmen und Menschen, dass die Corona-Krise schnellstmöglich überstanden ist. Die Gesundheit ist das wichtigste“, sagt Wolf. In der Belegschaft habe es zum Glück noch keinen Infizierten gegeben. In Schortens waren fünf Mitarbeiter kurzzeitig in Quarantäne, weil die Frau eines Mitarbeiters positiv getestet war. Tests fielen aber negativ aus.