IHK-Umfrage: Energiepreise bremsen Hotellerie und Gastronomie

Ilmenau.  Laut einer Befragung der Industrie- und Handelskammer Südthüringen bleiben auch die Fachkräftegewinnung sowie die Nachfolgesuche in der Branche kompliziert.

Lars Schütze ist seit zehn Monaten Direktor vom Berg & Spa Hotel Gabelbach, das in der Nähe von Ilmenau liegt.

Lars Schütze ist seit zehn Monaten Direktor vom Berg & Spa Hotel Gabelbach, das in der Nähe von Ilmenau liegt.

Foto: Foto: Gerald Müller

Erstmals stehen Energiepreise (68 Prozent) an der Spitze der wirtschaftlichen Risiken für die Hotellerie und Gastronomie. Das ergab die jüngste Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen. Dahinter folgen der Fachkräfteengpass (63 Prozent) und die Arbeitskosten (56 Prozent). Weiterhin wurden die Lebensmittel- und Rohstoffpreise, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Breitbandversorgung als Bremse für ein Wachstum genannt.

Die Umfrage ergab, dass die Gesamtstimmung leicht eingetrübt, aber dennoch positiv ist. Im Thüringer Wald gebe es ein Plus bei Ankünften und Übernachtungen. Derzeit bewertet rund jeder zweite Gastwirt seine Lage als „gut“ (Gastronomie: 41 Prozent; Beherbergung: 52 Prozent), rund vier von zehn Gastwirten als „saisonüblich“ (Gastronomie: 41 Prozent; Beherbergung: 35 Prozent) und rund jeder fünfte als „schlecht“ (Gastronomie: 19 Prozent; Beherbergung: 13 Prozent). Für die kommenden Monate erwarten 14 Prozent der Gastronomen und 16 Prozent der Beherbergungsbetriebe noch bessere Geschäfte, weitere 67 beziehungsweise 73 Prozent keine Veränderung.

„Die abflauende Konjunktur geht nicht spurlos am Gastgewerbe vorbei, sie sorgt für Verunsicherungen“, stellt Jan Scheftlein, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, anlässlich der Vorstellung des Konjunkturberichts fest. IHK-Referentin Antonia Sturm fordert eine Fachkräftegewinnungs-Strategie, wobei es wichtig sei, offene Stellen an die Arbeitsagentur zu melden.

Allerdings sind die Probleme in der Hotellerie und Gastronomie verschieden gelagert. So ist für Lars Schütze, Direktor des Berg & Spa Hotels in Gabelbach, vor allem das oftmals fehlende W-Lan im modernisierten Haus ein Riesenärgernis. „Weil wir dadurch gerade bei Tagungen nicht konkurrenzfähig sind“. Er setzt diesbezüglich alle Hoffnungen in die 2020 geplante Einführung des 5G-Netzes. Mehr Buchungen und Umsatz seien schließlich auch Grundlage, um das Personal mit entsprechenden Bedingungen zu halten. Denn das Finden gestalte sich in fast allen Bereichen oftmals „als schwierig.“

Das betrifft laut Kammer ebenfalls die Suche von Nachfolgern. In den letzten zehn Jahren hätten neun Prozent der Südthüringer Gastbetriebe geschlossen. Deshalb habe die ansässige IHK das Projekt „ThEx Nachfolgelotsen“ initiiert, das Betriebe bei der Nachfolgesuche unterstützt.

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