Immer mehr Thüringer kaufen sich ein Wohnmobil

Reisemobile und Wohnwagen werden bei Thüringern immer beliebter. Nach einem anfangs schleppenden Geschäft nach der Wende klettern die Umsätze zwischenzeitlich deutlich nach oben.

Kerstin Hörcher vom Ilmenauer Caravan-Shop präsentiert ein Wohnmobil auf der "Reisen und Caravan"-Messe. Die ist noch bis zum 4. November auf dem Erfurter Messegelände geöffnet.  Foto: Marco Kneise

Kerstin Hörcher vom Ilmenauer Caravan-Shop präsentiert ein Wohnmobil auf der "Reisen und Caravan"-Messe. Die ist noch bis zum 4. November auf dem Erfurter Messegelände geöffnet. Foto: Marco Kneise

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Erfurt. Laut dem Fachverband Caravaning Industrie (CIVD) stiegen die Neuzulassungen 2011 im Vergleich zum Vorjahr bei Reisemobilen in Deutschland um 20 und bei Caravans um elf Prozent. Thüringen ist gerade dabei, im Vergleich zu den alten Ländern deutlich aufzuholen.

"Anfangs fuhren die Thüringer für 90 D-Mark nach Paris, dann haben sie ihr Häuschen herausgeputzt und heute liebäugeln immer mehr mit einem richtig guten Wohnmobil", sieht Händler Klaus Hörcher vom gleichnamigen Ilmenauer "Caravan Shop" einen deutlichen Aufwind.

Hörcher hat auf der gestern in Erfurt gestarteten Messe "Reisen und Caravan" in der Sonderhalle "Caravan" einen kompletten Eckstand für seine Fahrzeuge und Wohnwagen gemietet. Hier stehen Wohnmobile zum Einstiegspreis von 36.000 Euro ebenso wie ein luxuriöses "Urlaubs-Schlachtschiff" für über 100.000 Euro.

Was alle Fahrzeuge und Wohnwagen in der Halle eint, das ist die komfortable Ausstattung mit Fernseh-Ecke, Küche, Dusche und WC. "Das ist schon so etwas wie die Eigentumswohnung auf vier Rädern. Nur kann man damit drei Monate im Süden Spaniens ebenso überwintern, wie einen Kurzurlaub an der Ostsee planen", meint Hörcher.

Was diese Reiseform so beliebt macht, das haben auch Forscher des Zukunftsinstituts in Kelkheim/Taunus untersucht. Demnach liegt der mobile Urlaub ganz auf der Linie aktueller Trends wie "Neo-Ökologie", "Individualität" und "Gesundheit". Mit Caravan und Wohnmobil komme man der Natur sehr nahe, und gesundheitsfördernde Aktivitäten wie Wandern, Radfahren oder Wassersport ließen sich leicht verwirklichen.

Weiteres Plus: Der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit könne beim mobilen Urlaub voll ausgelebt werden.

Bei den Reisemobilen geht der Trend "eindeutig in Richtung Kastenwagen", sagt Christelle Beaulieu, Sprecherin des Caravan-Fachverbandes. Ältere wie jüngere Mobilurlauber schätzten die kompaktere Bauweise, die das Fahrzeug zwar etwas breiter, dafür aber kürzer und somit leichter manövrierbar macht. Bei den Wohnanhängern sei der Familiencaravan wieder stärker gefragt: Ein "fairer Preis" soll jungen Familien den Einstieg in diese Urlaubsform ermöglichen, so locken die Händler.

30 Marken auf der Messe vertreten

Auch insgesamt war die Preisspanne erstaunlich. Einsteiger müssen nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Schon ab 5000 Euro kann man einen Wohnanhänger erwerben, Reisemobile sind ab 30.000 Euro zu haben. Im Schnitt legten die deutschen Mobilurlauber dieses Jahr für einen Caravan rund 17.000 und für ein Reisemobil rund 63.000 Euro auf den Tisch, hat der Fachverband CIVD ermittelt.

An Luxus wird im Übrigen nicht gespart. Wer es extrem komfortabel mag, findet im rollenden Zuhause neuerdings Matratzen mit Massagefunktion und Infrarotkabinen, mehr Platz zum Duschen und ausschwenkbare Küchen.

Über die Neuheiten können sich Freunde des mobilen Urlaubs auf der "Reisen & Caravan" in Erfurt bis einschließlich 4. November informieren.

Dabei ist das Angebot größer denn jemals zuvor in der Geschichte dieser Messe. Nicht weniger als 30 Marken können die Besucher in der Caravaninghalle miteinander vergleichen. Beim Probewohnen und im Gespräch mit den Experten lässt sich aus Sicht der Veranstalter leicht feststellen, wo die Unterschiede liegen und was einem selbst am meisten zusagt.

Beim Auftakt gestern nutzten die Besucher jede Chance, auch in die letzte Ecke der Wohnmobile zu schauen. Zum rollenden Angebot hält die Messe das passende Zubehör bereit: vom Kochgeschirr bis zur Internet-Schnittstelle. Wer sich über Stellplätze informieren möchte, findet auch Angebote.

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