Immer mehr Wohnmobile aus Thüringen rollen durch die Welt

Gotha  Immer mehr Wohnmobile aus Thüringer Fertigung rollen künftig durch die Welt. Dazu baut die Firma Westfalia ihren Standort Gotha schrittweise aus.

Neun Modelle werden derzeit in Gotha gefertigt.

Neun Modelle werden derzeit in Gotha gefertigt.

Foto: Bernd Jentsch

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„Im März vergangenen Jahres haben wir die Fertigung hier in Gotha mit zunächst 17 Mitarbeitern gestartet, inzwischen hat sich die Mannschaft auf 36 Beschäftigte mehr als verdoppelt“, so Westfalia-Geschäftsführer Mike Reuer. Die Tendenz sei steigend, denn man wolle weiter wachsen.

Man habe hier in Thüringen ein eigenständiges Unternehmen gegründet und angesiedelt, das keine Niederlassung der Firma am bisherigen Standort in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) sei. Die Verwaltung mit Buchhaltung und Personalabteilung ist laut Reuer ebenso in Gotha ansässig wie der Einkauf und die Fertigung.

Langfristig sollen alle Fahrzeuge der Eigenmarke am Thüringer Standort gefertigt werden, im Werk in Nordrhein-Westfalen verbleibt die Herstellung von Fahrzeugen im Auftrag von Autokonzernen.

Zwei Wohnmobile pro Tag rollen aus den Hallen

Dort war die Firma Westfalia an die Kapazitätsgrenzen gestoßen, deshalb hatte man nach einem neuen Standort gesucht. In Thüringen wurde das Unternehmen fündig, die zentrale Lage in der Mitte von Deutschland und Europa sprach für diesen Standort. Insgesamt drei Hallen erwarb das Unternehmen, in denen zuvor eine Hersteller von Baumaschinen tätig war. „Aktuell produzieren wir in zwei Hallen, die dritte wird vorbereitet“, so Reuer. Nach der Renovierung der ältesten Halle am Standort soll auch sie mit für Lagerhaltung, Logistik und Fertigung genutzt werden. Eine eigene Schreinerei für den Innenausbau der Fahrzeuge ist ebenfalls vorgesehen. „Wir wollen die gesamte Wertschöpfungskette am Standort ansiedeln“, kündigte der Firmenchef an.

Aktuell verlassen täglich zwei Wohnmobile die Werkshallen. Mit zunächst einer Modellreihe gestartet, holt Westfalia sukzessive immer mehr Modelle an den Standort Gotha. Inzwischen fertigen die Mitarbeiter dort neun Modellreihen, bis Ende September sollen alle Modelle der eigenen Marke umgezogen sein.

Die Kapazität liegt laut Geschäftsführer Reuer derzeit bei etwa 1000 Fahrzeugen pro Jahr, die man ab dem Thüringer Werk ausliefern kann. Durch den geplanten Ausbau der Fertigung soll es möglich werden, ab dem Jahr 2020 jährlich rund 2000 Fahrzeuge herzustellen und an die Kunden auszuliefern.

Damit verbunden ist natürlich auch ein weiterer Beschäftigungsaufbau am Standort, kündigte Reuer an. Dabei stelle man die Mitarbeiter fest ein, setze weder auf befristete Verträge noch auf Leiharbeit. „Wir planen hier langfristig und sind nach Thüringen gekommen, um zu bleiben“, bekräftigte Reuer.

Er präsentierte die Fahrzeuge aus der Thüringer Fertigung jetzt erstmals auf einer Händlertagung in Gotha. Die Resonanz war demnach überaus positiv, berichtete Reuer. Die Qualität der auszuliefernden Wohnmobile sei sehr gut. Das bestätige im Nachhinein sowohl die Standortentscheidung als auch den eingeschlagenen Weg zum schrittweisen Ausbau der Produktion in Thüringen.

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