Immobilienmesse Expo Real in München stellt Weichen für Thüringens Zukunft

Erfurt  Die Landesentwicklungsgesellschaft mit Stand auf Expo Real. Der Freistaat bleibt lukrativ für Industrie und Gewerbe.

LEG-Geschäftsführerin Sabine Wosche (links) und Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst (rechts) bei der Eröffnung des Thüringen-Events auf dem Thüringer Gemeinschaftsstand zur Expo Real in München.

LEG-Geschäftsführerin Sabine Wosche (links) und Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst (rechts) bei der Eröffnung des Thüringen-Events auf dem Thüringer Gemeinschaftsstand zur Expo Real in München.

Foto: LEG Thüringen/Klaus D. Wolf

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Vor 18 Jahren wurde am Erfurter Kreuz der Grundstein für den Industriestandort gelegt. Heute gibt es dort kaum mehr Platz für Neues. „Die Flächen, die wir am Erfurter Kreuz auf Vorrat hatten, gehen zur Neige“, sagt Holger Wiemers, Sprecher der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG). Sie hatte den Rahmen für den Indus-triestandort entwickelt. Am 18. Oktober erfolgt dort der Spatenstich für die rund 1,8 Milliarden Euro schwere Batteriefabrik CATL, im letzten Jahr war die Grundsteinlegung von XXXL-Lutz. Nun seien vor allem zwei neue Industrieregionen in Thüringen angebotsfähig, die Goldene Aue bei Nordhausen und Gera-Cretzschwitz, so Wiemers.

CATL verstärkt Interesse bei Investoren in Freistaat

Diese und mehr präsentierten 19 Aussteller aus Thüringen – darunter Immobilienunternehmen, Landkreise, Regionen, Institutionen und Initiativen – auf der Standort- und Immobilienmesse Expo Real in München, die am Mittwochabend nach drei Tagen zu Ende ging. Bereits zum 20. Mal war der Freistaat, neben 2100 Ausstellern aus etwa 40 Ländern, mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Organisiert wurde der Stand durch die LEG im Auftrag des Wirtschaftsministeriums.

„Die aktuellen Projekte wie CATL am Erfurter Kreuz verstärken das Interesse an unseren Angeboten“, sagt Valentina Kerst, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium. Besonders große Unternehmen fänden auf den beiden Flächen in Nordhausen und Gera Areale, die verkehrstechnisch gut angebunden seien, sagt LEG-Geschäftsführerin Sabine Wosche. Generell sei die Verkehrsanbindung das wichtigste Kriterium für Investoren in Industrie und Gewerbe, sagt Wiemers. Ferner sei die Nähe zu Fachhochschulen und Universitäten ausschlaggebend.

Vorgestellt wurden neben den Industriestandorten auch Städtebauprojekte: Einer der Schwerpunkte sei die ICE-City Erfurt, sagt Sabine Wosche. Das Areal erstreckt sich rund 30 Hektar um den Erfurter Hauptbahnhof. Jüngst habe die Atlantic-Gruppe aus Bremen, die Anfang 2019 den Zuschlag für zwei Hochhäuser nahe dem Erfurter Hauptbahnhof bekommen hat, den Architekturwettbewerb für die sogenannten Tower West und Ost gestartet, sagt Wosche. „Mit der Deutschen Bahn AG sind wir in Gesprächen zum Erwerb weiterer Flächen rund um den Erfurter Hauptbahnhof“, so die LEG-Geschäftsführerin. „Ein solcher Entwicklungsprozess dauert natürlich Jahre“, sagt Holger Wiemers. Die Absprache sei eng verzahnt mit den Erfurter Bürgern und den Stadträten. Dennoch gibt es nicht nur Rückenwind. Für Bürger habe es dabei kaum Mitbestimmung gegeben, kritisiert beispielsweise Stadtratsmitglied Sebastian Perdelwitz (Mehrwertstadt). Vieles sei nicht zur Aussprache gekommen, zum Beispiel die Entwicklung der Mieten in den benachbarten Stadtteilen oder die soziale Spaltung in Erfurt.

Zurück zur Messe nach München: Besonders Hotelinvestitionen haben auf der Messe eine bedeutende Rolle gespielt. In Thüringen steigen die Übernachtungen seit 2004 kontinuierlich an, wie das Landesamt für Statistik informiert. Die Hotels seien mehr als ausgelastet, bekräftigt Wiemers. Erfreulich sei, dass es auf der Messe viele Termine mit potenziellen Hotelinvestoren gegeben habe. Durchweg gutes Feedback kam auch von Sabine Wosche „Wir freuen uns über einen positiven Messeverlauf. Wir konnten unsere Angebote einem breiten Publikum präsentieren und viele interessante Gespräche führen“, sagt sie. Und auch für die Areale in Nordhausen und Gera habe es auf der Messe Interessenten gegeben, sagt Wiemers.

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