Innenstadthändler Papenbreer besorgt über Erweiterung des Thüringen-Parks

Erfurt  Modehändler Sebastian Papenbreer beschreibt dramatische Entwicklungen im Handel.

Unternehmer Sebastian Papenbreer vor seinem Modehaus

Unternehmer Sebastian Papenbreer vor seinem Modehaus

Foto: Marco Schmidt

„Wer heute für eine Erweiterung des Thüringen-Parks stimmt, der kann nicht für eine attraktive Innenstadt sein“. Klare Worte findet Sebastian Papenbreer, Geschäftsführer dreier Modehäuser in Erfurt, die seinen Namen tragen, zu Erweiterungsplänen des Einkaufscenters. „Die Entwicklung im stationären Einzelhandel ist dramatisch“, sagt Papenbreer. Eine Vergrößerung der Verkaufsflächen am Stadtrand um 4500 Quadratmeter, die als Kompromissvorschlag im Raum stehen, würde die Lage im Zentrum noch deutlich verschärfen.

Der Thüringen-Park strebt nach einer Vergrößerung, will nach eigenen Angaben damit eine dringend erforderliche Modernisierung des Einkaufscenters angehen. Das sieht der Innenstadthandel in weiten Teilen kritisch. „Wer der Vergrößerung zustimmt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“, sagt Papenbreer. Ihm gehe es dabei nicht um eine vermeintlich mit dem Thüringen-Park wachsende Konkurrenz für sein Unternehmen, die es seiner Ansicht nach aufgrund der eigenen wertigen Marken und Unternehmensphilosophie gar nicht gebe, sondern um die mittel- und langfristige Lebensqualität in der Stadt. Wenn Kundenfrequenzen fehlen und Läden mangels Umsatz schließen müssten in der Innenstadt, dann wirke sich das auch auf die Gastronomie und bis zu den Museen und anderen kulturellen Angeboten aus.

Auf zusätzlichen 4500 Quadratmetern Verkaufsfläche sei im Thüringen-Park von einem Umsatz von 15 bis 18 Millionen Euro auszugehen, schätzt Papenbreer. Umsätze, die der Innenstadt verloren gingen: „Das ist fatal!“.

Beim leidigen Leerstand von Läden legt die Erfurter Innenstadt wieder zu

Erweiterung des Thüringen-Parks: So reagieren unsere Leser auf die Pläne

„Leerstand wird größer oder es ziehen Billigstläden ein“, fürchtet der Modehaus-Chef. Die Kette setze sich fort: Lassen sich in der Innenstadt durch Hauseigentümer keine guten Mieten mehr erzielen, werde dieser auch nicht mehr in sein Haus investieren, Fassaden blieben deshalb unsaniert, würden unansehnlich.

In Zeiten, in denen selbst Branchengrößen Insolvenz anmeldeten oder in Schieflage gerieten und selbst Primark bei den eigenen Ladengrößen zurückrudere, müsse dies doch von den Entscheidungsträgern wahrgenommen werden.

Anhörung zum Thüringen-Park am Dienstag, 12. März, 18 Uhr im Rathaus