Innovation aus Ilmenau: Strickjacke mit Fernbedienung

Ilmenau  Ein Unternehmen aus Zella und ein Ilmenauer Institut entwickelten mit dem Projekt „Smartjacket“ eine Strickjacke mit Bedienknöpfen. Erste Anfragen liegen bereits vor.

Am gemeinsamen Projekt „Smartjacket“ mit der Firma Strickmanufaktur aus Zella wurde auch am Ilmenauer Institut für Mikroelektronik- und Mechatroniksysteme eifrig geforscht und getestet. Foto: Beate Hövelmanns

Am gemeinsamen Projekt „Smartjacket“ mit der Firma Strickmanufaktur aus Zella wurde auch am Ilmenauer Institut für Mikroelektronik- und Mechatroniksysteme eifrig geforscht und getestet. Foto: Beate Hövelmanns

Foto: zgt

Mit dem Druck auf einen Bedienknopf in seiner schwarzen Strickjacke setzte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee in Ilmenau eine Modelleisenbahn in Gang.

„Ganz wichtig ist die Stopptaste“, wies Gottfried Betz den Minister in die Bedienung seiner gestrickten Fernbedienung ein. Der Geschäftsführer der Firma Strickmanufaktur Zella ist sichtlich stolz auf das „Smartjacket“,. Das Unternehmen aus dem Unstrut-Hainich-Kreis hat das Projekt gemeinsam mit den Forschern am Ilmenauer Institut für Mikroelektronik- und Mechatroniksysteme (IMMS) entwickelt.

„Wir wollten Textilien mit Elektronik verbinden“, erinnerte Betz an die ersten Überlegungen. Allerdings sollten die Textilien dennoch waschbar bleiben, die Elektronik musste also waschlaugenbeständig sein. „Und an dieser Stelle kam das Institut ins Spiel“, sagt Betz.

Man entwickelte in Ilmenau elektronische Bauteile mit einem möglichst geringen Energieverbrauch, die alle verkapselt wurden, um sie vor dem Wasser zu schützen. „Unsere gestrickte Fernbedienung kann in die Waschmaschine“, sagt Betz.

Natürlich wollen die Projektteilnehmer mit ihrer gestrickten Fernbedienung mehr als Modelleisenbahnen steuern. „Man könnte etwa durch den Druck auf einen Bedienknopf an der Jacke problemlos einen Anruf auf dem Handy auf dem Fahrrad entgegennehmen“, sagt Betz.

Mit dem „Smartjacket“ haben die Partner zunächst die von Behindertenverbänden formulierten Anforderungen gelöst. Ziel ist es, die Lebensqualität in Beruf, Freizeit und Sport für Menschen zu verbessern, die normale Licht-, Geräte- und Maschinenschalter nicht erreichen oder bedienen können.

Entwickelt wurde eine Bekleidung mit gestrickten Schaltern, die als Fernbedienung fungiert. Sie wird durch Druck gegen den eigenen Körper oder gegen ein festes Objekt, wie eine Stuhllehne, betätigt.

„Wir bauen seit Jahren unser Know-how zu energieeffizienten Systemen aus,“ sagt Ralf Sommer, Geschäftsführer des IMMS. „Ohne gezielte Auswahl sparsamer Komponenten und ohne ein durchdachtes, optimiertes Zusammenspiel dieser Komponenten könnte man derartige Funktionskleidung nicht über Jahre ohne Batteriewechsel betreiben“, so Sommer.

„Mit der Expertise des Instituts haben wir eine innovative Gesamtlösung auf die Beine gestellt, dank der wir unseren Beitrag zum Smartjacket als Patent anmelden konnten,“ sagt Betz.

Damit sei man einen wichtigen Schritt weiter bezüglich der Akzeptanz bei potenziellen Kunden und damit auf dem Weg zur Serientauglichkeit. Erste Anfragen liegen bereits vor, auch aus der Automobilindus-trie und der Möbelbranche.

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