Innovative Speicherkonzepte im Fokus bei Fachkongress in Erfurt

Erfurt  Innovative Speicherkonzepte und -medien stehen im Mittelpunkt des Fachkongresses „Energy and Storage Technologies“ (East) in Erfurt. Auf der Messe soll der aktuelle Stand der Entwicklung vorgestellt werden.

Im Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien in Hermsdorf (Saale-Holzland-Kreis) wird seit Jahren an neuen Batterien geforscht.

Im Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien in Hermsdorf (Saale-Holzland-Kreis) wird seit Jahren an neuen Batterien geforscht.

Foto: Berger/ Institut

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Strom aus Sonnenenergie und Windkraft ist auf dem Vormarsch – allerdings wirft das die Frage auf, wie es gelingt, diese Energie zu speichern.

Deshalb stehen innovative Speicherkonzepte und -medien im Mittelpunkt des Fachkongresses „Energy and Storage Technologies“ (East) in der kommenden Woche in Erfurt. An zwei Tagen soll im Kongresszentrum der Erfurter Messe das Thema ausführlich diskutiert und der aktuelle Stand der Entwicklung vorgestellt werden.

„Wir arbeiten seit mehr als einem Jahr an der Vorbereitung dieses Projektes“, verriet Erfurts Messechef Michael Kynast gestern. Alle Experten seien sich darin einig, dass das Thema Energiespeicherung die zentrale Frage der nächsten Jahre werde, erklärte Kynast.

Mehr als 100 Anmeldungen für den Kongress

Deshalb investiere man jetzt in dieses Projekt, mit dem festen Willen daraus eine Veranstaltungsreihe zu machen, kündigte der Messechef an. Es gebe bereits mehr als 100 Anmeldungen für den Kongress. Dabei reiche die Bandbreite vom Studenten bis zum Wissenschaftler, sowie vom Firmengründer bis zu großen Unternehmen. Die Ausstellungsfläche im Kongresszentrum sei mit 14 Teilnehmern bereits nahezu ausgebucht.

Projektpartner der Erfurter Messe sind unter anderem das Batterieforschungszentrum an der Universität Jena und das Erfurter Unternehmen Vi-Strategie. Dessen Geschäftsführer Rainer Otto erläuterte die Überlegungen der Veranstalter. Demnach wolle man das Thema, welches bislang vor allem auf Foren in Karlsruhe, München und Hamburg platziert ist, auf Mitteldeutschland fokussieren.

„Es gibt in den drei Ländern ein enormes Potenzial von Forschung und Fertigung zum Thema Energiespeicher“, zeigte sich Otto überzeugt. Als Beispiele führte er die Arbeiten an polymer-basierten Batterien von Ulrich S. Schubert an der Jenaer Uni ebenso an, wie die keramischen Natrium-Batterien vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme in Hermsdorf.

Vortrag unter dem Motto „Ist die Energiewende gescheitert“

Dessen Wissenschaftler Michael Stelter stellt in einem der vier Workshops die Lösungen des Instituts bei kostengünstigen stationären Stromspeichern mit einheimischer Wertschöpfung vor. Zudem wird er über den Status und die Perspektiven von Energiespeichern in Mitteldeutschland informieren.

Eine kontroverse Debatte erhofft sich Rainer Otto auch vom Vortrag des ehemaligen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück. Der habe seine Rede unter das Motto „Ist die Energiewende gescheitert“ gestellt, verriet Otto.

Den zweiten Tag des Fachkongresses eröffnet dann der frühere Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig. Er hat sich vorgenommen, die aktuellen Herausforderungen der Energiewende mit dem Blick auf Speichertechnologien in Mitteldeutschland zu beleuchten.

Die Workshops decken laut Rainer Otto die gesamte Bandbreite des Themas ab, von der Elektromobilität über die Wärmespeicherung im Haushalt oder in der Werkhalle bis zu großen Anlagen wie den Pumpspeicherkraftwerken.

Wissenschaftler aus Bagdad erwartet

Auch über die finanziellen und rechtlichen Aspekte derartiger Projekte und über die Möglichkeiten einer internationalen Zusammenarbeit sollen sich die Teilnehmer des Kongresses austauschen.

Erwartet wird in Erfurt nach den Worten von Messechef Michael Kynast auch Mohammed Shakir, der Gründer und Präsident eines Forschungszentrum für erneuerbare Energien in Bagdad im Irak. Er stellt den Besuchern des Kongresses am zweiten Tag die Bagdad-Hammurabi-Batterie, die angeblich älteste Batterie der Welt, vor.

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