Jenaer Unternehmen mit Top-100-Siegel für Innovation ausgezeichnet

Jena  JenLab GmbH wurde mit Top-100-Siegel geehrt – Weitere Thüringer Firmen auf der Liste

Bei der Verleihung des Top-100-Siegels an die JenLab GmbH im Rahmen des Deutschen Mittelstandsgipfels in Essen: Foto: Top 100

Bei der Verleihung des Top-100-Siegels an die JenLab GmbH im Rahmen des Deutschen Mittelstandsgipfels in Essen: Foto: Top 100

Foto: zgt

Zum 23. Mal wurden die Top 100 ausgezeichnet, die innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands. Die JenLab GmbH gehört in diesem Jahr zu dieser Innovationselite, teilen die Ausrichter des Wettbewerbs mit. Das Unternehmen aus Jena nahm zuvor an einem umfangreichen Auswahlprozess teil. Untersucht wurden das Innovationsmanagement und der Innovationserfolg. Der Mentor des Innovationswettbewerbs, Ranga Yogeshwar, ehrte den Top-Innovator im Rahmen des Deutschen Mittelstandsgipfels in Essen.

Die mit dem Top-100-Siegel ausgezeichnete JenLab GmbH ist der weltweit einzige Anbieter für Multiphotonen-Tomographen auf der Basis von Femtosekunden-Lasertechnik. Diese Geräte erlauben einen mikroskopisch-mehrdimensionalen Einblick in tiefe Hautschichten, ohne eine Biopsie entnehmen zu müssen. "Innerhalb von Sekunden ist es möglich, beispielsweise schwarzen Hautkrebs oder andere krankhafte Veränderungen der Haut zu erkennen", erläutert Geschäftsführer Professor Karsten König die Funktionsweise.

Das Besondere an den Diagnoselasergeräten: Sie nutzen vor allem das Fluoreszieren, also das Eigenleuchten der Zellen. Weltweit sind mehr als 30 Systeme von JenLab in forschenden Kliniken im Einsatz. Die Verknüpfung von Forschung und Praxiswissen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor des Unternehmens. Professor Karsten König ist Inhaber des Lehrstuhls für Biophotonik und Lasertechnologie an der Universität des Saarlandes. König ist auch im TLZ-Buch "Aufbruch und Neuanfang in Thüringen" als Bergsteiger por­trätiert, der im letzten Sommer der DDR einen der höchsten Gipfel erklomm. König hatte in der DDR Berufsverbot, die Wende nutzte er, um eine weltweite Karriere zu starten. Jena blieb er weiterhin verbunden, wie JenLab zeigt.

Neben der JenLab GmbH gibt es weitere Thüringer Unternehmen, die mit dem Top-100-Sigel ausgezeichnet wurden. Dazu zählt die Omros Gesellschaft für Umwelttechnik in Hildburghausen, die seit 1990 für "kompetente und absolut verlässliche Dienstleistungen im Bereich der Umwelttechnik" steht. Besonders in der Abwasser- und Schlammbehandlung zeige das mittelständische Unternehmen seine Innovationskraft.

Eines der jüngsten Entwicklungsprojekte, das Omros ­zusammen mit der Fachhochschule Nordhausen umsetzt, befasse sich mit einer neuartigen Verfahrenskette zur Nutzung von Klärschlamm als Energieträger. Die als bestes Unternehmen ihrer Klasse ausgezeichnete Qundis GmbH überzeugte bei Top 100 mit ihrem Innovationserfolg und der Einbindung von Mitarbeitern und externen Partnern. Die Erfurter Firma stellt Messsysteme zur Erfassung von Verbrauchsdaten für Wasser und Wärme in Mehrfamilienhäusern und Gewerbeimmobilien her. Sie lassen sich via Funkschnittstelle über eine offene Plattform steuern, die auch Geräte wie Strom und Gaszähler integriert. Hervorzuheben sei auch die Art Weise, in der Qundis unter dem Titel "Ideengenerierung 4.0" Mitarbeiter, Kunden und externe Partner in die Ideenfindung einbeziehe.

Überall dort, wo Strom fließt, entsteht Wärme. Thermik entwickelt Temperaturbegrenzer und Sensoren für den Überhitzungsschutz elektrischer Geräte. Auf diesem Gebiet hält die Thermik Gerätebau GmbH Sondershausen mehr als 900 nationale und internationale Schutzrechte. Die Abteilung "Forschung und Entwicklung" habe bei Thermik einen Sonderstatus: Das zehnköpfige Team ist laut Geschäftsleitung das mit Abstand größte in der Branche. Hier entwickeln Elektroingenieure und Mechatroniker, Konstrukteure, Werkzeugmacher und Maschinenbauer neue Lösungen und forschen an den Grundlagen, um etablierte Systeme zu verbessern. Die aktuelle Neuheit ist ein automatischer Lichtbogenschutzschirm: Trennen sich zwei Kontakte, wird auch über diesen Abstand hinweg Strom übertragen.

Die mit dem Top 100-Award ausgezeichnete Mako GmbH & Co. KG überzeugte bei dem Wettbewerb vor allem mit ihrer direkten und vielseitigen Umsetzung von Ideen. Das westfälische Unternehmen, das auch einen Standort in Ohrdruf hat, produziert Schalungssysteme. "Die Mitarbeiter beraten regelmäßig in kleiner Runde, oft auch nach Feierabend, welche Einfälle das Unternehmen weiterbringen. Kommt eine Idee gut an, probieren die Schalungsexperten sofort aus, ob sie funktioniert", heißt es. Das Innovationsklima der Automotive Lighting Brotterode GmbH basiert auf einem integrierten Managementsystem, das alle Firmenbereiche und -mitarbeiter in einem frühen Stadium in die innovativen Prozesse einbinde.

Über 4000 Unternehmen interessierten sich in diesem Jahr für eine Teilnahme an Top 100. 366 von ihnen bewarben sich für die Qualifikationsrunde. Davon kamen 284 in die Finalrunde. 238 schafften den Sprung in die Top 100 (maximal 100 in jeder der drei Größenklassen).