Jenoptik-Rekordjahr mit Schattenseiten

Jena.  Jenoptik schließt 2019 mit Rekord-Ergebnis ab, Umsatz und Gewinn steigen weiter. Aber es gibt eine Schattenseite.

Erfolgreich auch mit Verkehrsüberwachung: Die Jenoptik AG wächst weiter, wenn auch nicht mehr so kräftig wie 2018.

Erfolgreich auch mit Verkehrsüberwachung: Die Jenoptik AG wächst weiter, wenn auch nicht mehr so kräftig wie 2018.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Jenaer Optik-Konzern Jenoptik AG setzt seinen Expansionskurs fort. Im Jahr 2019 kletterte der Umsatz um 2,5 Prozent auf 855 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um mehr als 5 Prozent auf 134 Millionen Euro. Ungeachtet der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung hab sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr deutlich verbessert.

Detaillierte Zahlen will das Unternehmen Ende März vorstellen, dann dürfte auch bekannt gegeben werden, welche Dividende Aktionäre erwarten können.

„Das abgelaufene Geschäftsjahr war hinsichtlich Umsatz erneut das beste in der Unternehmensgeschichte“, sagt Vorstandschef Stefan Traeger – unter erschwerten konjunkturellen Rahmenbedingungen. Vor allem Zulieferungen für die Autobranche sind betroffen. Die Bereiche, die bei Jenoptik hier zuliefern, haben teilweise mit wenig Auslastung zu kämpfen und sind aktuell sogar von Kurzarbeit betroffen, wie ein Firmensprecher auf Nachfrage bestätigte. Das betreffe nur wenige Mitarbeiter – unter anderem in Jena – und sei zeitlich begrenzt. Jenoptik liefert etwa Messtechnik zur Qualitätskontrolle oder Laser zur Materialbearbeitung an die Branche.

Wenige Mitarbeiter in Jena von Kurzarbeit betroffen

Aus der Mitteilung des Unternehmens geht hervor, dass unter anderem Ausrüstungen für Halbleiter-Hersteller derzeit sehr gut laufen. Ein Firmensprecher sagte, auch mit Verkehrsüberwachungstechnik habe man zuletzt punkten können. Ein Großauftrag aus Nordamerika für Systeme zur Geschwindigkeitsüberwachung sei im vierten Quartal eingegangen und wird 2020 abgearbeitet. Insgesamt hat Jenoptik im gesamten Jahr Aufträge im Wert von 813 Millionen Euro verbucht, die bis weit in dieses Jahr hinein wirken.

„Wir sind mit unserer Strategie, also einer stärkeren Fokussierung auf die photonischen Märkte, den gestarteten Initiativen für mehr Innovation und einer größeren internationalen Präsenz auf dem richtigen Weg“, sagte Traeger.

Jenoptik ist davon abgerückt, den nicht zum Photonik-Geschäft passenden Unternehmensteil Vincorion zu verkaufen. Der liefert auch für die Rüstungsbranche zu. Die Angebote waren offenbar zu niedrig.

So oder so will das Unternehmen in diesem Jahr weiter wachsen. Der hohe Auftragseingang gerade am Jahresende schürt die Erwartungen in der Jenoptik-Spitze.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Geschäftsjahr 2019: Jenoptik schlägt sich besser als erwartet

Jenoptik „hat nichts zu verschenken“

Jenoptik stoppt Verkaufspläne für Militärtechnik-Sparte

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.