Kommentar zum Abriss von Altendorf 30: Zwei Seelen in der Brust

TA-Redaktionsleiter Thomas Müller über den Abriss und Wiederaufbau im Altendorf.

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<p>"Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust. Die eine will sich von der andern trennen." Das Phänomen ist so alt wie die Welt. Und natürlich war es Johann Wolfgang, der es so treffend in Worte fasst.</p> <p>Zu den Vorgängen in der Nordhäuser Altstadt passt dieses Zitat. Wie zerreißt es einem das Herz zu sehen, wie ein solch stattliches, mit Liebe gebautes Haus wie das Eckgebäude gegenüber der früheren Bäckerei Wernecke abgerissen wird. Damals wurde noch fürs Auge gebaut, heute nur noch für die Funktionalität. </p> <p>Dieses Gebäude ist etwas Einzigartiges für unsere Stadt. Das erste massive Wohnhaus, äußerlich ein Hingucker und allein seiner Proportionen wegen das Tor zur unteren Altstadt.</p> <p>Wenn da nicht sein Zustand wäre. Selbst eingefleischte Denkmalfreunde sehen, dass an diesem Haus der Schwamm nagte, dass es statisch ein Problemfall ist. Sie haben gehofft, wenigstens die Fassade retten zu können.</p> <p>Hier kommt die zweite Seele ins Spiel. Die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Altstadt. Investoren gibt es inzwischen. Aber: Sie wollen die Sache wirtschaftlich für sich gestalten und deshalb abreißen und neu bauen. Ihr verlockendes Angebot: Die Brachen verschwinden!</p> <p>Und so muss offenbar am Ende eine Seite siegen. Ein Dazwischen scheint es nicht zu geben.</p>

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