Konjunkturflaute trifft Jenoptik

Jena  Die aktuelle Konjunkturdelle bekommt auch der Thüringer Technologiekonzern Jenoptik zu spüren.

Jenoptik schaut mit Sorge auf die rückläufigen Aufträge aus der Automobilindustrie. Der börsennotierte Konzern korrigiert daher sein für 2019 erwartetes Umsatzplus etwas nach unten.

Jenoptik schaut mit Sorge auf die rückläufigen Aufträge aus der Automobilindustrie. Der börsennotierte Konzern korrigiert daher sein für 2019 erwartetes Umsatzplus etwas nach unten.

Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Nach einem guten Jahresauftakt seien die Auftragseingänge im zweiten Quartal zurückgegangen, räumte Vorstandschef Stefan Traeger am Donnerstag in Jena bei der Vorstellung der Quartalszahlen ein.

„Vor allem in der deutschen Automobilindustrie und bei deren Zulieferern spürt man eine gespannte Zurückhaltung, ja fast schon einen Stillstand bei den Bestellungen“, erklärte Traeger. So blieben auch die Auftragseingänge des ersten halben Jahren insgesamt leicht unter dem Vorjahreswert.

Dennoch erwarte man in einem schwierigen Umfeld weiteres Wachstum in diesem Jahr, versicherte der Vorstandschef. „Wir werden das Rekordjahr 2018 noch einmal übertreffen“, blickte Traeger voraus. Allerdings werde das Wachstum wohl geringer ausfallen, als man noch zu Jahresbeginn erwartet hatte.

Dank eines guten Geschäftes im Bereich der Halbleiterrausrüstungsindustrie und der Beiträge von Firmen, die Jenoptik im zurückliegenden Jahr gekauft hatte, gelang es laut Traeger die Umsatzlücke des ersten Quartales nahezu zu schließen. Mit einem Umsatz von 383,1 Millionen Euro erreicht das Unternehmen fast den Wert des ersten Halbjahres 2018 von 384,7 Millionen Euro.

„Und das, obwohl zum einen die bestehenden Exportverbote im Verteidigungsgeschäft unser Wachstum bremsen und wir zum anderen die hohen Umsätze mit den Mautkontrollsäulen im ersten Halbjahr 2018 in unserem Verkehrssicherheitsgeschäft erwartungsgemäß nicht vollständig kompensieren konnten“ , sagte Traeger.

Das Jenaer Unternehmen hat in seiner Militärtechniksparte Vincorion eine Reihe von Systemen für Kunden in den Vereinigten Arabischen Emiraten gefertigt, die gegenwärtig wegen es Exportverbotes der Bundesregierung nicht ausgeliefert werden dürfen. Diese stehen laut Vorstand fertig bereit und harren weiterer Entwicklungen.

Vor wenigen Wochen hatte die Jenoptik-Konzernspitze angekündigt einen Verkaufsprozess für die Sparte mit Militärtechnik starten zu wollen. Dieser könne sich über Monate hinziehen, erklärte Traeger am Donnerstag. Ziel sei es, einen Käufer zu finden, der diese Sparte weiterentwickeln kann. „Zu unserem Kerngeschäft gibt es kaum Synergien“, erläuterte der Vorstandschef die Pläne. Gelinge es jedoch nicht einen passenden Käufer zu finden, werde man die Sparte fortführen. Mit einem Abschluss des gesamten Prozesses rechnet Traeger aber erst im kommenden Jahr.

Keine spürbaren Auswirkungen auf das Geschäft sehen die beiden Vorstände im Urteil aus dem Saarland. Dort hatte das Verfassungsgericht entschieden, dass die Bilder eine bestimmten Typs von Laser-Blitzern der Jenoptik nicht verwertbar sind. Die Geräte speicherten die Rohdaten nicht und ließen damit auch keine Prüfung oder Anfechtung der Mess-Ergebnisse zu, erklärten die Richter.

Dieses Urteil gelte ausschließlich für das Saarland, erklärte Traeger. Er verwies auf eine Zulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt für diese Anlagen. Dieser habe man auch ein Software-Update übermittelt und warte nun ab.

In den Geschäftszahlen schlage sich das Urteil allerdings sicher nicht nieder, so Finanzvorstand Hans-Dieter Schumacher: „Der Markt im Saarland ist eher überschaubar“.

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