Kritik am neuen Fahrplan

Der seit Sonntag geltende neue Fahrplan der Bahnen in Thüringen ist auf wenig Begeisterung gestoßen. Vor allem gestrichene Züge im Nahverkehr und steigende Preise erregen die Gemüter.

Fahrgäste, die am Sonntag den neuen Fahrplan in die Hand bekamen, trauten ihren Augen kaum. Züge gestrichen, aber die Preise erhöht. Foto: Sascha Fromm

Fahrgäste, die am Sonntag den neuen Fahrplan in die Hand bekamen, trauten ihren Augen kaum. Züge gestrichen, aber die Preise erhöht. Foto: Sascha Fromm

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Erfurt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Thüringen hat die Verschlechterung der Angebote im Schienenverkehr zum Fahrplanwechsel am Wochenende scharf kritisiert. Der Vorsitzende der EVG Thüringen, Lutz Bernhard, sprach von einer "falschen Weichenstellung". "Züge werden gestrichen, Halte fallen weg – das ist völlig kontraproduktiv", so Bernhardt. "Zum Bahnjubiläum Loblieder auf die Schiene zu singen und sie wenige Tage danach vorsätzlich weiter zu schwächen, passt einfach nicht zusammen", so der Gewerkschafter. Die Deutsche Bahn und die Landesregierung müssten sich ernsthaft fragen lassen, ob sie die Zeichen der Zeit verstanden haben. "Die regelmäßige Fernverbindung von Thüringen ins Ruhrgebiet und an die Ostsee wird gekappt. Fast zwei Drittel der Fernverkehrshalte in der europäischen Kultur- und Kongressstadt Weimar werden gestrichen. Und das Land bestellt Nahverkehrszüge auf zahlreichen Strecken ab. Wer so handelt, stellt nicht nur die Kunden, sondern sich selbst ins Abseits", so Bernhard.

Nicht die Bahn, sondern die Preiserhöhung komme pünktlich zum Fahrplanwechsel, kritisierten die Thüringer Linken. "Angesichts der anhaltenden Probleme in Bezug auf Service, Pünktlichkeit und Reparaturanfälligkeit wäre eine Null-Runde wie bei Fernreisen auch im Nahverkehr angemessen gewesen", sagt die verkehrspolitische Sprecherin Gudrun Lukin.

Durchschnittlich 1,9 Prozent mehr müssen die Reisenden in Deutschland für Fahrscheine in Nahverkehrszügen bezahlen. Einen Euro mehr kostet das Thüringen-Ticket, der Preis für das Schöne-Wochenend-Ticket steigt um 2 Euro. Das oft genutzte Hopper-Ticket steigt von 6,50 auf 7 Euro, am Schalter muss man dann sogar 9 Euro dafür bezahlen.

Mit dem neuerlichen Drehen an der Preisspirale werde die Bahn "nicht besser, aber teurer", so Lukin. Gerade mit Blick auf die Pannenserie sei die Fahrpreiserhöhung nicht nachvollziehbar. Der erneute Griff in die Taschen der Fahrgäste sei "kundenfeindlich".