Landrat will die Netzagentur „mit Einwänden der Bürger zuschütten“

Wartburgregion  Das Beteiligungsverfahren zum ersten Teil der „SuedLink“-Trassen durch die Region ist gestartet.

Die möglichen Leitungswege des Projektes „SuedLink“. Foto: ATKIS GDI-TH 2019; „SuedLink“-Korridore TransnetBW 2019, Landratsamt Wartburgkreis

Die möglichen Leitungswege des Projektes „SuedLink“. Foto: ATKIS GDI-TH 2019; „SuedLink“-Korridore TransnetBW 2019, Landratsamt Wartburgkreis

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„Was bisher gelaufen ist, war wichtig, aber jetzt gilt es so richtig“. Die Partner im „Salzunger Bündnis“ gegen „SuedLink“ wollen den Protest gegen die Trassenvorschläge durch die Region hochhalten und möglichst erhöhen.

Seit Montag läuft da Beteiligungsverfahren für den ersten Teil der beiden möglichen Trassen. „Nun gilt es so viele und so fachlich stichhaltige Hinweise, Ablehnungen, Bedenken und Stellungnahmen wie möglich zu formulieren oder zu Protokoll zugeben“, sagt Landrat Reinhard Krebs (CDU) vom Salzunger Bündnis, dem neben dem Wartburgkreis, die Stadt Eisenach, der Unstrut-Hainich-Kreis und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen angehören. Die Starkstromleitungen sollen auch den Windstrom aus dem Norden in Richtung Süden der Republik transportieren.

Im Herbst wird die Bundesnetzagentur eine Trasse verbindlich festlegen. Die Planungsgesellschaft Tennet hat zwar ihre Vorzugsvariante genannt, aber es ist auch eine zweiten weiter genau so im Rennen. Im jetzt gestarteten Anhörungsverfahren geht es um die Abschnitte der beiden Trassen bis etwa in Höhe Gerstungen.

Die Anhörung für den zweiten Abschnitt von dort weiter Richtung Süden startet am 25. April. Die Vorzugsvariante kommt aus Norden im Bereich Ifta in die Region und führt weiter bis Gerstingen. Die zweite Variante durchquert die Gemeinde Hörselberg-Hainich und verläuft durch die Gemarkung Eisenacher Ortsteile bis nach Gerstungen.

„Auch wenn die Stadt Eisenmach von der Vorzugsvariante nicht mehr berührt wäre, ist das für uns kein Grund uns zurückzulehnen“, sagt Eisenachs Bürgermeister Uwe Möller (partielos). Zum einen wolle man Solidarität mit den weiter betroffenen Nachbargemeinden und -kreisen zeigen. Zum anderen würde eben auch die andere Variante weiter untersucht.

Vor allem fachliche Hinweise sind wichtig

Daher laut der eindringliche Appell an alle Bürger, Gemeinden, Einrichtungen, Verbände und Vereine: „Nehmt Stellung, macht eure Bedenken deutlich, gebt fachliche Hinweise, warum diese Trasse nicht kommen darf.“ Und dabei seien auch jene aufgefordert dies zu tun, die sich möglicherweise schon mit Stellungnahmen eingemischt haben. „Alle bisherigen Stellungnahmen und Hinweise spielen in dem jetzt gestarteten Verfahren keine Rolle, sondern müssen für den ersten Abschnitt bis Gerstungen bis 7. Mai neu eingereicht werden“, so Krebs.

Die Auslegung findet im Raum 216 des Landratsamtes Wartburgkreis statt. Einsichtnahme ist während der allgemeinen Sprechzeiten möglich und kann auf Anfrage von einem Mitarbeiter unterstützt werden.

Aber auch in Eisenach im Rathaus werden die 62 Ordner ausgelegt und können mit Hilfe von städtischen Mitarbeitern eingesehen werden. Dort können auch Einwände und Stellungnahmen abgegeben werden, die dann ins Landratsamt gesandt werden. „Wichtig dabei ist, dass es sich um die Benennung konkreter Mängel oder Raumwiderstände handeln muss – bloße Kritik am dem Trassenbauverfahren zu äußern reicht leider nicht aus“, so Krebs. Aufgerufen zur Stellungnahme seien aber nicht nur direkt Betroffene, sondern jeder könne seine Meinung sagen und Hinweise geben.

„Ich möchte die Bundesnetzagentur zuschütten mit Einwänden von Bürgern, so dass sie aus der Arbeit überhaupt nicht mehr herauskommt“, hofft der Landrat auf rege Beteiligung

Für Krebs und die Mitstreiter des „Salzunger Bündnisses“ haben sich drei zentrale Ablehnungsgründe zementiert. Da ist die Zerstörung von Landschaft und Agrar-Ökosystemen durch Bau und dauerhaften Betrieb der Leitungen. Zum zweiten habe die Region selbst nur Schaden und keinerlei Nutzen von den Trassen. „Anders als bei etwa einer Ortsumgehung gibt es keine Kosten-Nutzen-Analyse“, so Krebs. Zudem werde der Bau den Sinn der Trasse, grünen Strom in den Süden zu befördern, ad absurdum geführt, wenn wie nun bekannt werde auch Atomstrom und Kohlestrom aus europäischen Nachbarländern darin befördert werden soll.

Alle rufen deshalb zur Teilnahme am Ostermarsch gegen „SuedLink“ auf, die Kundgebung startet am Montag, 22. April, um 14 Uhr am Fuße der Brandenburg bei Lauchröden.

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