Thüringer Unternehmer bekommen Differenz zu Bundesmitteln nachgezahlt

Erfurt.  In Thüringen wurden bisher rund sieben Millionen Euro an Soforthilfe-Zuschüssen gezahlt. Die Differenz zu den vom Bund zugebilligten Beträgen soll ohne neuen Antrag nachgezahlt werden.

Ein Mann geht in die Thüringer Aufbaubank. Dort wurden in den vergangenen Tagen mehr als sieben Millionen Euro Soforthilfen bewilligt.

Ein Mann geht in die Thüringer Aufbaubank. Dort wurden in den vergangenen Tagen mehr als sieben Millionen Euro Soforthilfen bewilligt.

Foto: Marco Kneise / TA

Selbstständige und kleine Gewerbetreibende oder Handwerker müssen keinen zweiten Antrag stellen, um auch die jetzt bereitstehenden Soforthilfen des Bundes in Anspruch nehmen zu können. Dieser hatte in seinem Programm höhere Summen bei den Zuschüssen besonders für die kleineren Unternehmen beschlossen. So erhalten Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten aus dem Thüringer Landesprogramm 5000 Euro, der Bund sieht dagegen 9000 Euro als möglichen Zuschuss vor. „Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog“

Zuschuss des Bundes ist höher

Auch bei Betrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern fällt der Zuschuss des Landes mit 10.000 Euro geringer aus als jener des Bundes mit 15.000 Euro. Thüringer Unternehmen sollen die Differenz zwischen den Landesgeldern und den Bundesmitteln ohne neuen Antrag nachgezahlt bekommen, bestätigte die Sprecherin der Thüringer Aufbaubank, Maret Montavon, am Montag in Erfurt. Sie reagierte damit auf viele Anfragen von Unternehmern.

Allerdings verlange der Bund für die Gewährung der Mittel noch einige zusätzliche Angaben, die in den Anträgen des Landes bislang nicht abgefragt werden. Dazu gehören unter anderem eine Steuer-Identifikationsnummer oder die Nummer des jeweiligen Handelsregistereintrages. „Unsere Mitarbeiter werden daher aktiv die betreffenden Unternehmer anschreiben und um die Übermittlung der zusätzlichen Daten bitten“, kündigte Montavon das geplante Vorgehen an.

Mehr als 1000 Anträge bewilligt

Nach ihren Angaben sind aktuell rund 200 Mitarbeiter der Landesförderbank mit den Anträgen für die Soforthilfen beschäftigt. Die müssten zunächst die Unternehmen erfassen, die in vielen Fällen bislang noch keinen Kontakt zur Aufbaubank hatten. Danach erfolge die Prüfung. Mehr als 1000 Anträge sind inzwischen bereits bewilligt worden, rund sieben Millionen Euro an Soforthilfe-Zuschüssen fließen dadurch an die kleinen Unternehmer. Das Programm schließt dabei auch Soloselbstständige ein, auch der einzelne Musiker, der derzeit nicht auftreten kann, wird unterstützt.

Die Flut eingehender Anträge – allein bis zum Wochenende wurden 20.000 erfasst – setzte sich laut Montavon am Montag fort. Allerdings habe man in der Zwischenzeit aufgehört zu zählen, weil man jeden verfügbaren Mitarbeiter für die Bearbeitung benötige.

Mittlerweile hat der Bund auch ein Förderprogramm zur Unterstützung der Landwirtschaft in der Corona-Krise aufgelegt. Auch die Entscheidung über die Vergabe dieser Mittel soll in Thüringen über die Aufbaubank abgewickelt werden. Dafür werde gegenwärtig der notwendige Antrag erarbeitet.