Mehr Menschen pendeln zur Arbeit nach Thüringen

Erfurt  Die Attraktivität Thüringens als Arbeits- aber auch als Wohnort hat zugenommen: Die Zahl der Berufspendler, die aus anderen Bundesländern nach Thüringen kommen, steigt seit Jahren.

Die meisten Einpendler reisen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern. Hessen und Niedersachsen zu ihrem Arbeitsplatz im Freistaat an. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Die meisten Einpendler reisen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern. Hessen und Niedersachsen zu ihrem Arbeitsplatz im Freistaat an. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Während die Zahl der Menschen, die aus Thüringen in andere Bundesländer zur Arbeit pendeln im Vorjahr nahezu konstant geblieben ist, wuchs die Zahl der Einpendler in den Freistaat binnen Jahresfrist erneut weiter an.

Allein in den zurückliegenden zehn Jahren erhöhte sich das Niveau der Einpendler nach Thüringen um knapp 45 Prozent, berichtete die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Halle am Mittwoch. Demnach kommen gegenwärtig 69.558 Frauen und Männer regelmäßig aus anderen Bundesländern nach Thüringen zur Arbeit.

Die meisten Einpendler reisen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern. Hessen und Niedersachsen zu ihrem Arbeitsplatz im Freistaat an. Dagegen kommen nur wenige Menschen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland nach Thüringen zur Arbeit.

Attraktivität Thüringens hat zugenommen

„Der Trend zeigt: Die Attraktivität Thüringens als Arbeits- aber auch als Wohnort hat in den letzten Jahren zugenommen“, sagte Kay Senius, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und der Arbeitagenturen in Thüringen. Jetzt heiße es, diese Entwicklung weiter voranzutreiben und zu steigern.

„Um den Standort Thüringen im Wettbewerb mit den anderen Arbeitsmärkten in Deutschland konkurrenzfähig zu machen, sind Politik, Wirtschaft und Sozialpartner gemeinsam gefordert. Dazu gehört eine positive Lohnentwicklung, aber auch die Vermarktung bereits vorhandener beruflicher Perspektiven und Karrieremöglichkeiten in Thüringen“, erklärte Kay Senius. Allerdings ist die Zahl der Auspendler mit 125.227 noch immer spürbar höher als die Zahl der Einpendler.

Hinweis auf verbesserte Arbeitsmarktlage

Vor allem nach Bayern, Hessen, Sachsen und Niedersachsen fahren viele Frauen und Männer aus Thüringen regelmäßig zu ihren Arbeitsplätzen. Nur wenige Thüringer zieht es dagegen in nördlich und südwestlich gelegene Bundesländer.

Betrachte man die Entwicklung der Ein- und Auspendlerzahlen werde laut Bundesagentur für Arbeit deutlich, dass Thüringen schon immer einen negativen Pendlersaldo zu verzeichnen hatte. Auch im zurückliegenden Jahr fuhren mehr Thüringer zur Arbeit in andere Bundesländer als Menschen zur Arbeit nach Thüringen kamen.

Allerdings erreichte der Saldo mit einem Minus von 55.669 den bisher niedrigsten Stand. Zudem weisen die geringen Veränderungen bei der Zahl der Ein- und Auspendler nach Meinung der Experten auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt und eine verbesserte Arbeitsmarktlage in Thüringen hin.

Mit Blick auf die Wirtschaftszweige zeigt sich, dass Beschäftigte in der Arbeitnehmerüberlassung am häufigsten pendeln. So pendelten im Vorjahr 4134 Leiharbeiter aus Thüringen in andere Bundesländern.

Deutlich mehr Beschäftigte der Arbeitnehmerüberlassung kamen aber zum Arbeiten nach Thüringen (7496). Auch im Bereich Reinigung von Gebäuden, Straßen und Verkehrsmitteln pendeln viele Beschäftigte.

„Es ist schön zu sehen, dass sich die positive Entwicklung der Thüringer Wirtschaft auch in der aktuellen Pendlerstatistik widerspiegelt,“ kommentierte Andreas Knuhr, Teamleiter der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (Thaff), diese neuen Daten.

„Mit unseren Angeboten leisten wir einen Beitrag dazu, die beruflichen Möglichkeiten, die es im Freistaat gibt, bekannter zu machen. Das große Interesse an Thüringen als Arbeitsort merken wir nicht nur bei unseren regelmäßigen Thaff-Pendlertagen, sondern zum Beispiel auch bei den Gesprächen mit interessierten Arbeitskräften bei Messen innerhalb und außerhalb Thüringens“, sagte Knuhr.

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