Mehrheit der Thüringer gegen Lockdown - Schließung der Gastronomie abgelehnt

Erfurt.  Laut einer repräsentativen Umfragen akzeptieren die meisten Befragten in Thüringen im Rahmen des Lockdowns nur Kontaktbeschränkungen. Die Politik bekommt mittlere Noten.

Thüringen im Lockdown light: Die gesamte Gastronomie mit Ausnahme von Mensen und Kantinen muss den gesamten November schließen.

Thüringen im Lockdown light: Die gesamte Gastronomie mit Ausnahme von Mensen und Kantinen muss den gesamten November schließen.

Foto: Martin Schutt/dpa (Symbolfoto)

Die Mehrheit der Thüringer hält es für falsch, dass während der Corona-Pandemie erneut Gastronomiebetriebe, Hotels und Kultureinrichtungen geschlossen haben. Gleichzeitig befürworten aber drei Viertel der Befragten die stärkeren Kontaktbeschränkungen. Das Krisenmanagement von Bundes- und Landesregierung wird zudem mehrheitlich positiv beurteilt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Erfurter Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag unserer Zeitung. Am stärksten wird die Schließung der Gastronomie abgelehnt. Knapp 57 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus, rund 30 Prozent sind dafür.

AfD- und FDP-Anhänger am unzufriedensten

Diese negative Bewertung findet sich nahezu parteiübergreifend. Nur von den CDU-Wählern hält eine relative Mehrheit die Maßnahme für richtig. Am höchsten ist die Unzufriedenheit bei Anhängern von AfD und FDP, danach folgen die Wähler der SPD.

Ähnlich ist die gemessene Stimmung beim Thema Hotels. Die Schließung der Kultureinrichtungen wird hingegen von knapp 40 Prozent befürwortet - und gut 44 Prozent abgelehnt.

Ganz anders das Bild bei den Beschränkungen der Kontakte auf zwei Haushalte und maximal zehn Personen. Rund 62 Prozent sind damit einverstanden, nur gut 27 Prozent lehnen diesen Eingriff in die Grundrechte ab. Die einzige Ausnahme bilden hier die Wähler der AfD, die sich mit 52 Prozent mehrheitlich auch gegen diese Maßnahme aussprechen.

Auffällig ist, dass mit zunehmendem Alter auch die Zustimmung zu den Einschränkungen steigt. Oder anders: Je eher die Befragten selber einer Risikogruppe angehören, umso größer ist das Verständnis für die Einschränkungen.

Obwohl eine Mehrheit den Lockdown in dieser Form ablehnt, ist nur eine Minderheit mit der Politik unzufrieden. Das Krisenmanagement der Bundesregierung halten knapp 51 Prozent für akzeptabel, bei der Landesregierung sind es sogar fast 57 Prozent. Nahezu zwei Drittel der Befragten finden, dass sie gut von der Politik über die Maßnahmen informiert werden.

Befragt wurden 1032 erwachsene Menschen in Thüringen vom 2. bis 5. November online oder telefonisch. Die Erhebung ergänzt teilweise die Erkenntnisse der wöchentlichen bundesweiten Umfrage der Universität Erfurt. Danach ist die Zustimmung zu den Maßnahmen zuletzt gestiegen - aber nicht mehr so hoch wie im Frühjahr.

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