Nach Insolvenz: Massiver Stellenabbau droht am Klinikum in Bad Frankenhausen

Bad Frankenhausen  Das insolvente DRK Manniske-Klinikum in Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis soll in eine Praxisklinik umgewandelt werden. Bis zu 100 der derzeit 230 Arbeitsplätze könnten durch den Umbau wegfallen.

Das Manniske-Krankenhaus des DRK in Bad Frankenhausen erwirtschaftete 2018 ein Defizit von 5,5 Millionen Euro.

Das Manniske-Krankenhaus des DRK in Bad Frankenhausen erwirtschaftete 2018 ein Defizit von 5,5 Millionen Euro.

Foto: Hanno Müller

Das Manniske-Klinikum in Bad Frankenhausen soll in eine so genannte Praxisklinik umgewandelt werden. Das erwägen Geschäftsleitung, Sachwalter und die Generalbevollmächtigten im Insolvenzverfahren der DRK Krankenhausgesellschaft Thüringen Brandenburg mit ihren vier Standorten in Bad Frankenhausen, Sondershausen, Sömmerda und Luckenwalde.

100 der rund 230 Stellen sollen nach TA-Informationen in Bad Frankenhausen bereits bis Sommer gestrichen werden. Einem Teil der betroffenen Mitarbeiter würden Arbeitsplätze an anderen Standorten angeboten. Erste Gespräche mit dem Betriebsrat hat es bereits gegeben. Auch an den anderen Standorten in Sondershausen, Sömmerda und in Luckenwalde sollen Mitarbeiter gehen müssen, wenn auch nicht in so großem Umfang wie in Bad Frankenhausen.

Rund 5,5 Millionen Euro Verlust schreibt die Klinik in Bad Frankenhausen. Schon im November vergangenen Jahres sollte dies das Aus bedeuten. Dann kam das Insolvenzverfahren.

Wenn der neue Investor, der am Ende des derzeit laufenden Bieterverfahrens den Zuschlag erhält, das Konzept, das Geschäftsleitung, Sachwalter und Generalbevollmächtigte erwägen, umsetzen, wird Bad Frankenhausen nur noch ein erweitertes Medizinisches Versorgungszentrum sein. Als Praxisklinik umschreibt die Beratungsesellschaft WMC, die das Sanierungskonzept erstellt hat, das Modell. Der vorläufige Gläubigerausschuss hat es bereits genehmigt.

Der vorläufige Gläubigerausschuss hat das vom Beratungsunternehmen WMC vorgestellte Konzept bereits genehmigt. Den Mitarbeitern in Bad Frankenhausen wurde das Konzept am Donnerstagnachmittag vorgestellt.

Auch Sondershausen und Sömmerda von Änderungen betroffen

Vorgesehen ist, dass in Bad Frankenhausen das dort angesiedelte Medizinische Versorgungszentrum erweitert werden soll. Neben der ambulanten und vorstationären Versorgung könnte es eine Tagesklinik geben, eine Notfallambulanz am Tag und in der Nacht den Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung sowie den Standort für den Notarztdienst.

Als Option sieht das Konzept auch zehn bis 15 Betten für eine stationäre Versorgung und eine 24-Stunden-Notfallaufnahme vor. Allerdings hänge das stark von der Kostenentwicklung ab sowie den Gesprächen mit den Kostenträgern.

Eine Aufrechterhaltung der akut und vollstationären Versorgung in Bad Frankenhausen sei derzeit „nicht zu rechtfertigen“, heißt es in einer Information der Unternehmensleitung.

Verbindliche Angebote müssen Ende Februar erfolgen

Strukturelle Änderungen sieht das Sanierungskonzept auch an den zwei anderen Thüringer Standorten vor. In Sondershausen soll künftig der Schwerpunkt in der Geriatrie, Alterstraumatologie und der Viszeralchirurgie liegen. Die Geburtsstation könnte vorerst bleiben.

In Sömmerda wird die Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Palliativstation angesiedelt sein.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die DRK Krankenhausgesellschaft Thüringen Brandenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Bis Montag konnten Interessenten ein unverbindliches Angebot vorlegen. Mit fünf Investoren wird seit Donnerstag weiterverhandelt. Ende Februar müssen dann verbindliche Angebote abgegeben werden.

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