Neuansiedlung und Erweiterung: Leg Thüringen verhandelt mit potenziellen Investoren

Erfurt  Die Landesentwicklungsgesellschaft (Leg) Thüringen bereitet sich an verschiedenen Standorten auf die Ansiedlung von Investoren vor. Unter anderen wird das Gewerbegebiet in Gera erschlossen.

Vor 16 Jahren nahm die südafrikanische Firma Bell Equipment im Gewerbegebiet am Kindel bei Eisenach ihre Fertigung von großen Muldenkippern auf. Jetzt wird das Montagewerk noch einmal erweitert.

Vor 16 Jahren nahm die südafrikanische Firma Bell Equipment im Gewerbegebiet am Kindel bei Eisenach ihre Fertigung von großen Muldenkippern auf. Jetzt wird das Montagewerk noch einmal erweitert.

Foto: Mario Gentzel/dpa

Mit neuen und erweiterten Gewerbeflächen an verschiedenen Standorten bereitet sich die Landesentwicklungsgesellschaft (Leg) Thüringen auf die Ansiedlung von Investoren im Freistaat vor.

So wird in Ostthüringen eine Fläche bei Gera-Cretzschwitz seit Ende vergangenen Jahres erschlossen. Dabei handelt es sich um ein Industriegebiet mit einer Bruttofläche von 42 Hektar. Das Projekt ist Bestandteil der Großflächeninitiative des Freistaats Thüringen. Das Investitionsvolumen liegt bei 13,1 Millionen Euro, wovon 11,7 Millionen Euro gefördert werden. Bis zum kommenden Jahr sollen die Maßnahmen abgeschlossen werden. Erneut erweitert wird Thüringens größtes Industriegebiet am Erfurter Kreuz vor den Toren von Arnstadt. Dort erfolgt die Ansiedlung des chinesischen Batterieherstellers Contemporary Amperex Technology Ltd. (Catl). Bis zum Jahr 2022 investiert das Unternehmen hier rund 240 Millionen Euro und schafft 600 neue Arbeitsplätze.

Das Werk ist auf einem 70 Hektar großen Areal geplant, welches sich vollständig im Eigentum der Landesentwicklungsgesellschaft befindet. Zunächst wurden für die ersten beiden Projektphasen 36 Hektar Fläche an Catl verkauft. Ein weiteres Areal von 34 Hektar wird bis zum ersten Quartal 2022 gegen eine Reservierungsgebühr für Catl zur Umsetzung weiterer Wachstumsphasen in Abhängigkeit von der Marktentwicklung reserviert.

Die Arbeiten zur Erschließung der Industrieflächen im Westen des „Erfurter Kreuzes“ wurden bereits zu großen Teilen umgesetzt. Momentan laufen die Bauarbeiten zur Herstellung des Knotenpunktes für die Anbindung der Erschließungsstraße. Damit werden die Zufahrt und die Medienanbindung zum geplanten Beginn der Baumaßnahmen von Catl auf dem Kaufgrundstück noch in diesem Jahr möglich sein.

Laut Leg-Chef Andreas Krey war die Pipeline für Unternehmensneuansiedlungen und Firmenerweiterungen zum Ende vergangenen Jahres mit 168 laufenden Neuansiedlungsvorhaben und Erweiterungsprojekten, darunter 77 Projekten von ausländischen Investoren und 16 Projekten im Tourismusbereich, gut gefüllt. Dabei zählt etwa die Erweiterung der Stahlo Stahlservice GmbH & Co. KG in Gera. Hier sollen rund 150 neue Arbeitsplätze entstehen, etwa 36 Millionen Euro werden dafür investiert.

Auf dem Kindel bei Eisenach erweitert das südafrikanische Unternehmen Bell Equipment GmbH sein Montagewerk für große Muldenkipper. Etwa 13 Millionen Euro fließen dabei, es entstehen rund 130 neue Arbeitsplätze

Mit Investitionen von rund 46 Millionen Euro verbunden ist die Neuansiedlung des Betonfertigteileproduzenten European Modular Constructions GmbH in Amt Wachsenburg im Ilm-Kreis. Dort werden circa 70 neue Arbeitsplätze geschaffen.

In Hermsdorf in Ostthüringen erweitert unter dessen die Firma Eberspächer catem GmbH & Co. KG ihr Werk. Für die geplanten 150 neuen Arbeitsplätze investiert der Betrieb rund zehn Millionen Euro.

In Eisenach baut der Münchner BMW-Konzern sein bereits bestehendes Fahrzeugtechnikwerk zum weltweit größten Werkzeugbau-Standort des Unternehmens aus. Dabei entstehen etwa 70 neue Arbeitsplätze durch Investitionen von rund 45 Millionen Euro.

Noch nicht abschließend entschieden ist im jahrelangen Rechtsstreit zwischen der Leg und einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) zur Sanierung der Altlasten am sogenannten Teersee in Rositz. Hier hatte das Oberlandesgericht Thüringen eine fristlose Kündigung der Vertrages durch die Leg für rechtmäßig erklärt, der Bundesgerichtshof eine Nichtzulassungsbeschwerde der Arge gegen dieses Urteil zurückgewiesen.

Nun werde der Prozess vor dem Landgericht Erfurt weitergeführt, bestätigte die Leg. Allerdings bestehe faktisch jetzt „nur noch ein vergleichsweise geringes Prozessrisiko für die Leg“, heißt es im aktuellen Geschäftsbericht der Gesellschaft.

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