Neuer Investor für "Gothaer Fahrzeugachsen" gefunden

Ein Insolvenzverwalter bewahrte 2011 das Unternehmen "Gothaer Fahrzeugachsen" vor der Verlegung nach Niedersachsen. Nun ist ein neuer Investor gefunden, der mit der alten Belegschaft am Ort weiterproduzieren und wachsen will.

Bernd Schneider (links) ist der neue Eigner der Gothaer Fachzeugachsen GmbH, die Dank Insolvenzverwalter Thomas Dithmar am Ort weiterexistiert. Foto: Michael Keller

Bernd Schneider (links) ist der neue Eigner der Gothaer Fachzeugachsen GmbH, die Dank Insolvenzverwalter Thomas Dithmar am Ort weiterexistiert. Foto: Michael Keller

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Gotha. Wenn der Wagen rollen soll, muss die Achse passen. Fahrzeugachsen waren in der Kreisstadt lange Zeit ein Fall für GFA. Das stand für Gothaer Fahrzeugachsen Antriebstechnik. Das war einmal. Das Kürzel steht nach wie vor an der Halle in der Südstraße, doch hat sich inzwischen einiges verändert. Es gibt einen neuen Eigentümer. Zum Glück, denn der Traditionsbetrieb wurde einige Monate lang von einem Insolvenzverwalter - Dr. Thomas Dithmar aus Erfurt - geführt. Nun ist die wechselvolle Firmengeschichte um eine Nuance reicher. Bernd Schneider aus dem rheinland-pfälzischen Bad Breisig hat GFA und seine 20 Mitarbeiter übernommen.

GFA hatte 1997 schon eine Insolvenz überstanden. Bis es 2011 wieder so weit war. Was nicht der schlechten Betriebsführung geschuldet war, sondern einem Großabnehmer von bestellten Fahrzeugachsen, der plötzlich kein Abnehmer mehr sein wollte. GFA blieb auf einem riesigen Posten Achsen sitzen und ging in die Knie. Am 1. Juli 2011 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dithmar sah aber gute Chancen und entschloss sich zu einer übertragenden Sanierung. Soll heißen, es wurde weiter produziert, während er nach einem geeigneten Investor suchte. Und exakt am 3. Oktober 2011 auch fündig wurde. GFA ging mit allem - Maschinen, Material und Personal - an den neuen Besitzer Bernd Schneider. Vom Kaufpreis wurden die Gläubiger nach Quote abgefunden. Schneider unterschrieb im Dezember den Kaufvertrag. Er ist seit 20 Jahren im Geschäft, betreibt in Bad Breisig ein Maschinenbauunternehmen, dessen Portfolio sich gut mit dem des Gothaer Betriebes ergänzt und überschneidet. So kann man die gemeinsamen Kundenkarteien zu den gern zitierten Synergieeffekten nutzen.

Schneider hatte sich gegen einen Mitbewerber durchgesetzt, mit dem die Belegschaft sicher nicht so gut gefahren wäre. Der wollte das gesamte Unternehmen nämlich in die Nähe von Hannover verlegen. Insolvenzverwalter Dithmar fand das nicht so gut und sagte ab. Was Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch besonders freut, der gestern GFA einen Firmenbesuch abstattete.

Schneider hat sich für Gotha entschieden, weil er "einen gutgehenden Betrieb mit motivierten Mitarbeitern" vorgefunden habe. Die hatten ihr Können längst unter Beweis gestellt. Als eine Bank in der Insolvenz eine Spezialmaschine abbauen ließ, reparierten sie ein ausgemustertes Modell, um die Produktion am Laufen zu halten. Die Maschine läuft heute noch.

"So etwas darf man doch nicht kaputtgehen lassen", sagt Schneider. Seinen Einstand im neuen Unternehmen gab der 49-Jährige übrigens mit einer zünftigen Weihnachtsfeier für seine neuen Angestellten. Was ihm natürlich gleich Pluspunkte einbrachte. Nun will er den Betrieb stabilisieren und dann ausbauen. "In gesundem Maße", sagt er. Dazu gehören natürlich auch neue Arbeitsplätze.

GFA sei ein Name, der auf dem Markt bekannt sei, sagt Schneider. Alte Kunden will er reaktivieren, neue hinzugewinnen, um seine Starrachsen bis 6,5 Tonnen abzusetzen. Der Bedarf sei auf jeden Fall da. Seine Produkte würden vor allem im Sonderfahrzeugbau Verwendung finden, so. z.B. bei Tiefladeanhängern, mit denen man Fahrzeuge transportieren kann.

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