Neustadt: Grünanlage auf ehemaligem Thermoplast-Gelände

Einst Industriestandort, dann etliche Jahre Industriebrache, nun seit einigen Wochen Baustelle und ab Herbst Parkanlage - Metamorphose des ehemaligen "Thermoplast-Geländes" in Neustadt.

Konturen: Entstehende Wege durch das (noch fehlende) Parkgrün. Foto: Gerd Schmidl

Konturen: Entstehende Wege durch das (noch fehlende) Parkgrün. Foto: Gerd Schmidl

Foto: zgt

Neustadt. Ein schwerer Bagger ebnet ein Stück der Fläche, füllt Split auf. Ein Dachdecker bringt Schiefer auf die Überdachung einer Sitzgruppe auf, im oberen Abschnitt des künftigen Parks werden Bäume gepflanzt und an der Ruine des Wohnhauses Hüttenstraße 4 werden die letzten Asbestschindeln entfernt. Vorbereitung für den am kommenden Montag beginnenden Abriss.

Seit Ende Mai laufen die Arbeiten zur Umgestaltung des Geländes. Was aber so nur bedingt richtig ist. Denn gerade dieses Vorhaben hat eine lange Vorgeschichte.

1998, so Bürgermeister Dirk Macheleidt, wurde ein Schornstein abgebrochen, nachdem sich aus diesem Steine gelöst hatten und zu Boden fielen.

2001 folgte der Abriss eines Teils der Werksgebäude, nachdem eine Wand eingestürzt war. 2003 wurde das Areal gänzlich bis auf Höhe der Bodenplatte beräumt. Dann wieder eine Pause bis 2007. Bodenproben wurden genommen. Was im darauf folgenden Jahr fortgesetzt wurde. Hintergrund war der begründete Verdacht auf Altlasten. Was sich auch bestätigte. Ende August 2008 gab es dann das Angebot an die Gemeinde, die Fläche zu übernehmen. Der Gemeinderat zeigte sich willig - sofern das Areal von den Altlasten befreit würde. Was dann auch im Vorjahr geschah. Die alten Keller und der belastete Untergrund wurden ausgebaggert und das Gelände neu verfüllt.

Zwischenzeitlich hatte Bürgermeister Macheleidt Besuch. An das Datum kann er sich noch gut erinnern - der 25. Oktober 2008 sei es gewesen, als ihm offeriert wurde, das Gelände mittels Förderung umzugestalten. Allerdings müsste am darauf folgenden Mittwoch eine Kostenschätzung vorliegen. Da blieb keine Zeit, einen Architekturwettbewerb auszurufen, verteidigt er sein damaliges Handeln. Er zog den bereits für den Umbau des Gemeindezentrums verantwortlichen Architekten Matthias Heinz aus Altenfeld zu Rate. Binnen vier Tagen lag ein Grobkonzept auf dem Tisch für eine Mehrgenerationen- Grünanlage mit einem Spielgerät in Gestalt eines Holzmeilers. Erinnerung an die hier betriebene Köhlerei. Außerdem entsteht eine Art Trimm-Dich-Pfad für die Generation 50 plus, Ruhezonen, ein paar wenige Parkplätze und auch ein Steingarten. Das Material steckt derzeit noch im Sockel des Hauses Hüttenstraße 4. Die Ruine abreißen zu können, ein Kapitel für sich. Das Problem löste sich erst, als die Signale für den Park bereits auf Grün standen. Gerade noch rechtzeitig. So kann die Straße begradigt werden, Erleichterung für den Winterdienst - bereits in der kommenden Saison. Bis zum Herbst sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Zu den Kommentaren