Nordhäuser Seen mit Potenzial - Zweites IBA-Projekt eingereicht

Nordhausen. Die Stadt Nordhausen beteiligt sich mit einem zweiten Projekt an der Internationalen Bauausstellung Thüringen. Neben dem Altstadtquartier Bäckerstraße, das wir bereits vorgestellt haben, hat die Stadtverwaltung das "Nordhäuser Se(h)en Potenzial" eingereicht.

Computerentwurf der Ferienhausanlage "Seelano".

Computerentwurf der Ferienhausanlage "Seelano".

Foto: zgt

Ein Teil der Nordhäuser Kiesgewässer werden als Natur- und Kulturlandschaft genutzt. Investor Axel Heck plant beispielsweise auf der Halbinsel des Sundhäuser Sees die Ferienhausanlage "Seelano".

"Bis zum Jahre 2023 sollen unter anderem eine Wasserskianlage, die Unterwasserstadt Nordhusia, ein Abenteuercamp, ein Boulderpark sowie regionale und überregionale Wander- und Radwegeverbindungen bis in die Regionen Kyffhäuser, Harz und Goldene Aue geschaffen werden", heißt es in dem Projektentwurf. Weitere Projekte sind ein Steg über das Wasser in Kombination mit einer schwimmenden Fotovoltaikanlage.

"Die Bündelung der vielfältigen und einzigartigen Angebote sollen die Seelandschaft erlebbar machen sowie die Angebote für alle Generationen ausbauen. Die Vision ist, dass die Kiesgewässer als Natur-, Tourismus- und Erholungsort entwickelt werden können", wird die Projektidee erläutert.

Die Etablierung von Freizeitnutzungen bei laufendem Bergbaubetrieb am Auesee führe zwangsläufig zu Nutzungskonflikten, die gelöst werden müssen. Eine Vielzahl von Akteuren müsse durch die bestehenden und geplanten Entwicklungen einbezogen werden. Neue Partnerschaften sind hierfür bereits entstanden.

"Von der Etablierung Nordhausens und des Landkreises als Standort für Wassertourismus profitiert die gesamte Region, wenn es gelingt, die bestehenden Wegeverbindungen in die benachbarten Tourismusregionen wie Harz oder Kyffhäuser in einem vernünftigen Standard auszubauen", heißt es weiter im Projektentwurf.

Die Halbinsel mit Uferbereich des Sundhäuser Sees wurde 2012 von Axel Heck gekauft. Er gründete die Seenlandschaft Südharz GmbH, die hier eine Ferienhausanlage "Seelano" errichten möchte. Das erforderliche Baurecht hierfür soll noch 2014 geschaffen werden. Die Ferienhausanlage soll vorwiegend am Seeufer entstehen, wo sich auch zwei bis drei Einstiege für Taucher befinden.

Geplant sind moderne Ferienhäuser, die sich in einem einheitlichen Stil präsentieren und harmonisch in die Seenlandschaft einfügen. Die in den Pultdächern inte­grierten Solarthermieanlagen sollen der Warmwasserversorgung dienen. Auch die Installation einer Wasserwärmepumpe soll geprüft werden, um die konstante Wassertemperatur in rund 30 Metern Tiefe zu nutzen.

In Planung sind schwimmende Stege, da sich die zukünftigen Freizeit- und Beherbergungsangebote in der Seenlandschaft verteilen und über die Stege kürzere Wegeverbindungen angeboten werden können. Eine mögliche Verbindung ist zwischen dem vorhandenen Strandbad am Nordufer des Bielener Sees über die zukünftige Ferienhausanlage auf der Halbinsel Sundhäuser See bis hin zum Scheunenhof am südlichen Ufer des Sundhäuser Sees.

Es wird versucht, eine Balance zwischen Naturschutz und aktiver Nutzung für die Bergbaufolgelandschaft zu finden. So ist der Möwensee dem Naturschutz vorbehalten. Fauna und Flora haben hier den Vorrang vor anderen Nutzungen. Eine erste Kostenschätzung ist im Projektentwurf verankert. Für die Ferienhausanlage "Seelano" werden 15 Millionen Euro veranschlagt, für die Wasserskianlage sind 350.000 Euro und für die schwimmenden Stege 200.000 Euro vorgesehen. Boulderpark und schwimmende PV-Anlage sind mit je 50.000, der Ausbau der Rad- und Wanderwege mit 60.000 Euro im Plan.

Zu den Kommentaren