Nordhausen: Ein Dachziegel für Altendorf 48

Das 345 Jahre Fachwerkhaus in der Altstadt soll neu eingedeckt werden. Der Verein startet dazu eine Spendenaktion. Mittels einer Ziegel-Patenschaft können die Nordhäuser helfen, die Gebälksanierung zu finanzieren.

Peter Schwarz hat die erste Patenschaft für einen Dachziegel abgeschlossen. Von Vereinsmitglied Markus Veit erhält er dafür eine Urkunde. Foto: Roland Obst

Peter Schwarz hat die erste Patenschaft für einen Dachziegel abgeschlossen. Von Vereinsmitglied Markus Veit erhält er dafür eine Urkunde. Foto: Roland Obst

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Nordhausen. Mit einer neuen Aktion können sich die Nordhäuser an der Rettung von Altendorf 48 beteiligen. Die Mitglieder des Südharzer Fachwerkszentrums bieten Patenschaften für die insgesamt 1260 Ziegel an, mit denen das Dach des 345 Jahre alten Fachwerkhauses gedeckt werden soll.

Als ersten Paten konnte der Verein den früheren Rolanddarsteller Peter Schwarz gewinnen. Am Freitag erhielt der 70-Jährige die Urkunde über seinen "Patendachziegel", den er für 10 Euro "gekauft" hat. "Die Paten können den Dachziegel nicht mit nach Hause nehmen", erläutert Vereinschef Thomas Müller. Schließlich solle dieser ja auf das Dach. Jeder "Käufer" erhält eine Urkunde über seinen Dachziegel und eine Spendenquittung. Außerdem werden alle Paten auf der Internetseite des Südharzer Fachwerkzentrums genannt. Mittels eines Katasters können Pate und Ziegel nachvollzogen werden.

Darüber hinaus ist eine Tafel geplant, auf der alle Spender verzeichnet sind. Diese soll später im Haus angebracht werden. Ein weiterer Plan sieht vor, dass jeder Ziegel an seiner Unterseite mit einer Plakette, auf der der Name des Paten steht, versehen wird. "Da das Dach nicht ausgebaut werden soll, können die Plaketten vom Dachinneren aus entdeckt werden", erklärt Vereinsmitglied Markus Veit.

Die Ziegel für die Neueindeckung stammen vom Haus Domstraße 12, das im Zuge der Sanierung ein neues Dach erhält. Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft überließ den Vereinsmitgliedern nun die gut 70 Jahre alten Ziegel, die einst im Nordhäuser Ziegelwerk Rudolph Schulze hergestellt worden waren. "Die Ziegel sind in einem sehr guten Zustand und halten mindestens noch einmal so lange", ist Markus Veit überzeugt. Die alten DDR-Betondachziegel von Altendorf 48 seien hingegen "hin" und viel zu schwer für das Haus, ergänzt Thomas Müller. Mittels der Kleinspendenaktion wollen die Vereinsmitglieder die dringend nötige Dachstuhlsanierung finanzieren. Auch sind zwei Gauben geplant, die gegenwärtig nicht mehr vorhanden sind. Letztere sind mit jeweils 1500 Euro die teuersten "Patenkinder". "Wir hoffen, dass uns dabei Unternehmer unterstützen", sagt Müller. Daneben gibt es drei weitere Preiskategorien: Die Patenschaft beginnt bei 10 Euro für einen einfachen Ziegel. Ortgang und Traufe kosten jeweils 50 Euro, die Patenschaft für einen Firstziegel 100 Euro. Die Vereinsmitglieder hoffen, das Dach in den nächsten zwei Jahren sanieren zu können.

In einem ersten Schritt soll das Erdgeschoss statisch wieder in Ordnung gebracht werden. Am kommenden Donnerstag erhält der Verein mit Lottomitteln eine erste finanzielle Spritze für diese Arbeiten. Weil zum Zwecke dieser Arbeiten ein Baugerüst aufgebaut wird, sollen im gleichen Atemzug die Fassade freigelegt und Farbbefunde gesichert werden, erläutert Müller weiter.

Wer sich an der Dachziegelpatenschaft beteiligen möchte, erhält auf der Internetseite des Vereines alle wichtigen Informationen.

Ziegelpatenschaft des Südharzer Fachwerkzentrums: www.sfz-ndh.de

"Altendorf 48": Verein rettet Nordhäuser Fachwerk-Juwel
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